Wallbox Übersicht: In 5 Schritten zur passenden Wallbox

So beliebt wie nie sind Elektro-Fahrzeuge. Sie sind der Treiber der Mobilitätswende und befeuern die Energiewende gleich dazu. Kein Wunder, dass immer mehr Wallboxen mit verschiedensten Funktionen auf den Markt kommen. Wir verraten dir in 5 Schritten, wie du die passende Wallbox für deinen Kunden, vor allem im Eigenheimbereich findest. Unsere Wallbox Übersicht hilft dir dann beim Produktvergleich.

1. Wo steht die Wallbox? Im privaten, im halb-öffentlichen oder im öffentlichen Bereich?

Steht die Wallbox direkt vor der eigenen Haustür, wird sie im privaten Bereich eingesetzt. Normalerweise werden dort AC-Systeme mit einer Ladeleistung von maximal 11 kW verbaut. Je höher die Ladeleistung, desto schneller lädt das E-Fahrzeug.

Plant ein Unternehmen Lademöglichkeiten für Mitarbeiter und Gäste, steht die Wallbox im halb-öffentlichen Bereich. Dann empfehlen wir zwei Typ 2 Buchsen, damit 2 Autos parallel geladen werden können. Es gibt auch Ladepunkte (meistens Ladesäulen) für den öffentlichen Bereich. Sie müssen vor allem eichrechtskonform abrechnen können.

Wallbox (links) und Ladesäule (rechts)

2. Welche Wallbox passt zum Fahrzeugtyp?

Die Wallbox sollte auf das Fahrzeug abgestimmt werden. In Europa sind Fahrzeuge standardmäßig mit einem Typ 2 Stecker ausgestattet. Mit welcher Ladeleistung das Fahrzeug beladen werden kann, hängt vom Bordladegerät des Autos, der Anzahl der Phasen, an denen die Wallbox angeschlossen ist, sowie dem Nennstrom ab.

Bei einem Elektroauto mit einer Batteriekapazität von 40 kWh und einer Wallbox mit maximaler Ladeleistung von 11 kW (3-phasig, 16 A) braucht das Fahrzeug knapp 4 h für die Aufladung. Eine Wallbox mit 3,7 kW Ladeleistung (1-phasig, 16 A) erhöht die Ladezeit auf über 10 h. Mit einer Schuko-Steckdose würde das Auto 25 h und damit mehr als einen Tag laden.

Viele Fahrzeuge sind mit einem 3-phasigen Bordladegerät ausgestattet, daher ist auch eine 3-phasige Wallbox sinnvoll. Preislich unterscheiden sich eine 1- und 3-phasige Wallbox kaum.

3. Braucht die Wallbox einen zusätzlichen Schutz oder eine Zugangskontrolle?

Bei Ladepunkten außerhalb des privaten Bereichs solltest du die Wallbox gegen blinde Zerstörungswut schützen und beim Ladeanschluss auf eine Buchse setzen. So wird unnötiger Ärger mit abgeschnittenen oder beschädigten Leitungen vermieden. Dass Nutzer ein Kabel nach dem Ladevorgang nicht entfernen, kannst du so außerdem ausschließen.

Auch eine Zugangskontrolle ist wichtig. So können Betreiber nur bestimmte Personen mit einer Radio Frequency Identification (RFID)-Karte an die Wallbox lassen. Mit einer Open Charge Point Protocoll (OCPP)-Schnittstelle kann der Betreiber die Ladedaten dann im Backend auslesen und für interne Zwecke aufbereiten. Wer wie viel lädt, ist so sichtbar, zum Beispiel für die Abrechnung.

Wer die Wallbox auch im privaten Bereich vor fremden Händen schützen will, sollte auf einen Schlüsselschalter setzen. Der Schlüssel ver- und entriegelt die Wallbox. Er kann bei einigen Wallboxen auch Zusatzfunktionen einstellen, wie einen Schnelllade- oder Eco-Modus.

4. Muss die Wallbox PV-Überschussladen können?

Selbst erzeugter Strom fließt direkt ins E-Auto. Was gibt es Besseres, gerade im privaten Bereich? Soll eine Wallbox mit einer Photovoltaik-Anlage kombiniert und überschüssiger Strom das E-Auto betanken, muss eine Wallbox diese Funktion mitbringen. Zusätzlich müsstest du eine passende Steuereinheit installieren. Sie stellt sicher, dass zuerst alle Verbraucher im Haus bedient werden und der überschüssige Strom dann ins Elektroauto fließt und nicht ins öffentliche Netz.

5. Sollen mehrere Wallboxen untereinander kommunizieren?

Im halb-öffentlichen Bereich wollen Betreiber oft gleich mehrere Wallboxen zusammen installieren. Durch eine Master / Slave-Kommunikation können die Geräte vernetzt und zentral über eine intelligente Wallbox gesteuert werden. Sie agiert dann als Schnittstelle zur Datenübertragung. Die Zahl der Wallboxen, die du reihen kannst, bestimmt der Hersteller.

Unsere Empfehlungen zusammengefasst:

  Privat Halb-öffentlich Öffentlich
Zielgruppe Privatpersonen Hotels, Unternehmen, Mehrfamilienhäuser Verschiedene Personengruppen
Ladelösung Wallbox Wallbox Ladesäule (ggf. Wallbox)
Empfohlene Ladelösung 11 kW 11-22 kW 11-22 kW
AC-Phasen 3-phasig 3-phasig 3-phasig
Ladeanschluss Ladekabel an der Wallbox  Tpy 2 Anschlussbuchse Tpy 2 Anschlussbuchse
Nützliche Zusatzleistungen PV-Überschussladung, Monitoring, Schlüsselschalter RFID, OCPP, Vernetzung / Kommunikation Master-Slave OCPP, Vernetzung / Kommunikation Master-Slave, eichrechtskonforme Abrechnung

Jetzt hast du schon ein sehr genaues Bild von der passenden Wallbox für deinen Kunden. In unserer Wallbox Übersicht siehst du nun direkt, welches Produkt welche Funktionen mitbringt und kannst vergleichen. Hier gehts zu unserem Wallbox- / Ladesäulen-Vergleich.