Wohin mit alten Modulen? So kannst du deine Solarmodule entsorgen

Die PV-Anlage hat Ihren Dienst erfüllt und soll nun runter vom Dach. Doch wie entsorgt man PV-Module am besten? Wir zeigen dir, welche Lösungen die Hersteller parat haben und wie du Solarmodule gut entsorgen kannst.

Solarmodule entsorgen: Diese Möglichkeiten gibt es

PV-Module gelten in Deutschland als Sondermüll, mono- und polykristalline Solarmodule können aber den normalen Recycling-Weg gehen. So können wertvolle Rohstoffe durch das Recycling wiederverwendet werden. Gleichzeitig kannst du noch etwas in Sachen Umweltschutz tun. Dein Kunde bleibt als Besitzer der PV-Anlage und somit auch der Module so lange verantwortlich, bis eine Wiederverwendung oder Verwertung nach dem Elektro- und Kreislaufwirtschaftsgesetz nachgewiesen ist. So können Solarmodule entsorgt werden:

Ab auf den Wertstoffhof

Der einfachste Weg für dich als Installateur oder deinen Kunden wäre der nächste mögliche Wertstoffhof. Auf vielen Wertstoffhöfen können bis zu 20 Module kostenfrei und unkompliziert abgeben werden. Dabei kommen die Solarmodule in den sogenannten Recyclingkreislauf.

Wenn du für deinen Kunden entsorgst, solltest du einen schriftlichen Antrag für den Abbau der PV-Anlage griffbereit haben. Auch an eine Übergabequittung für deinen Kunden solltest du denken. Sie gilt als Entsorgungsnachweis.

Wohin mit großen Mengen?

Wenn es um größere Mengen geht, kommen spezialisierte Recycling-Unternehmen ins Spiel. Schon gehört hast du sicher PV-Cycle. Viele Solar-Unternehmen haben sich diesem branchenweiten Rücknahme- und Entsorgungssystem für Produkte der Solar-Industrie angeschlossen.

Die Recycling-Spezialisten der PV-Branche: PV Cycle

PV Cycle stellt in Europa zurzeit den einzigen Rücknahme- und Recyclingservice für PV-Module. Sie operieren mit einem europaweiten Netzwerk an Sammelstellen, Abfalltransporteuren und Recyclinganbietern und kümmern sich so um die komplette Entsorgung nach den Richtlinien des ElektroG für Elektronik-Altgeräte, dem VerpackG für Verpackungen und dem BattG für Industriebatterien.

Der PV Cycle Service steht jedem offen, der PV-Module nach einer Demontage, einem Abriss oder einer Sanierung entsorgen möchte. Je nach Menge sammelt PV Cycle die Module über Container an zertifizierten Sammelstellen bei Großhändlern, Installateuren sowie teilnehmenden Herstellern ein. Bei großen Mengen greift ein eigener Abholservice.

Alle Module der Mitglieder-Marken werden vom PV Cycle-Netzwerk angenommen. Als Altmodule laufen auch Module, die während des Transports oder der Installation kaputt gehen, sowie Garantie- und Gewährleistungsfälle. PV Cycle verarbeitet alle auf dem Markt verfügbaren PV-Technologien.

Nach dem Sammeln werden die Module zu Recyclinganlagen transportiert. Die recycelten Materialien werden dann in neuen Materialien wiederverwertet. PV Cycle ist eine gemeinnützige Organisation. Hersteller und Vertreiber können Mitglied werden. Mitglied bei PV-Cycle sind beispielsweise Jinko Solar und Longi Solar.

Recycling und Meyer Burger

Durch Wiederverwenden, (Umver-)Teilen, Reparieren, Aufarbeiten und Recyceln – den 5 Prinzipien der Kreislaufwirtschaft – versucht Meyer Burger, Abfälle, Umweltverschmutzung und Kohlenstoffemissionen so weit wie möglich zu vermeiden. Giftige Bestandteile, wie Blei, werden in den Meyer Burger Modulen nicht verwendet.

Die 5 Prinzipien der Kreislaufwirtschaft

Meyer Burger will sogar noch einen Schritt weiter gehen. Hier kommt das Cradle2Cradle-Prinzip ins Spiel. Cradle2Cradle − von der Wiege in die Wiege – orientiert sich an der Natur und biologischen Kreisläufen, die keinen Müll zurücklassen und sogar für einen positiven Fußabdruck sorgen.

Was sagen die Gesetze?

Seit 2015 gehören Solarmodule in Sachen Entsorgung zu den Elektroaltgeräten. Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) regelt das Recycling von Solarmodulen. Das ElektroG setzt die europäische Richtlinie 2012/19/EU über Elektro- und Elektronik-Altgeräte, kurz WEEE-Richtlinie, in deutsches Recht um.

Per Gesetz müssen Hersteller PV-Module, die vor dem 24.10.2015 „in Verkehr gebracht“ wurden, von den Sammelstellen abholen und die Geräte und Bauteile wiederverwenden, behandeln oder entsorgen. Bei der Behandlung müssen sie sich an ökologische Standards halten. Bei PV-Modulen müssen sogar mindestens 75 % des Moduls verwertet und mindestens 55 % für eine Wiederverwendung vorbereitet oder recycelt werden.

Die Modul-Bestandteile

Welcher Weg im Recycling-Prozess eingeschlagen wird, entscheiden natürlich die Materialien, die im Solarmodul stecken. Das sind die Hauptbestandteile der Module:

  • Silizium 
  • Glas 
  • Aluminium/Edelstahl 
  • Cadmium
  • Blei

Silizium-Module enthalten Blei, Dünnschicht-Module Cadmium. Beide Schwermetalle sind gesundheitsschädlich. Cadmium wird von der Gefahrstoffdatenbank der Bundesländer unter anderem sogar als sehr giftig, gewässergefährdend und karzinogen (krebserregend) eingestuft. Beim Recycling dieser beiden giftigen Bestandskomponenten muss so unbedingt fachgerecht und verantwortungsvoll umgegangen werden.

Blei ist mittlerweile gut ersetzbar, Cadmium leider nicht. Blei spielt eine große Rolle beim Löten und der Metallisierung der Solarzellen. Das Schwermetall kann durch Silber ersetzt werden. Die Variante mit Zinn-Silber-Lot ist im Vergleich zu Blei aber teurer.

Fazit:

Seit dem Jahr 2020 fallen die ersten PV-Anlagen aus der EEG-Vergütung. Ist ein Weiterbetrieb nicht möglich oder soll die Anlage durch eine leistungsstärkere ersetzt werden, können die Module recycelt werden. Um die wertvollen Rohstoffe weiter zu verwenden, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten.

Bei Herstellern beliebt ist der PV Cycle, eine Organisation, die sich um die Logistik und das Recycling der Module kümmert. Per Gesetz müssen die Hersteller die Module fachgerecht entsorgen. Solarmodule enthalten gesundheitsschädliche Schwermetalle, daher ist es umso wichtiger hier verantwortungsvoll zu handeln.

Zusammengefasst: 

  • Solarmodule können recycelt werden, wenn sie nach 20 Jahren PV-Betrieb ausgetauscht werden sollen.
  • Kleine Mengen kannst du auf den Wertstoffhof bringen, große Mengen an spezialisierte Recycling-Unternehmen geben.
  • Viele unserer Hersteller sind Mitglied bei PV Cycle, dort werden die Module kostenfrei zurückgenommen und entsorgt. Meyer Burger will sogar noch einen Schritt weiter gehen und nicht nur komplett recyceln, sondern sogar einen positiven Fußabdruck hinterlassen.

Titelbild: Quelle PV Cycle unter der Lizenz, 23.06.2021