Die Aussichten für die nächsten Wochen: Vorzieheffekte treffen auf Corona-Auswirkungen

Bei immer mehr Herstellern ziehen Lieferverzögerungen auf. Die Folgen der Corona-Krise werden in der PV-Branche deutlicher und treffen noch auf den Nachfrage-Boom rundum den 52 GW-Deckel. Wie kannst du damit umgehen?

Das Gras grünt, die Blumen duften und die Vögel zwitschern. Die Natur wächst und gedeiht wie eh und je. Wir haben jedoch trübe Wochen hinter uns. Ein neuartiges Virus, Beschränkungen des öffentlichen Lebens und viel Ungewissheit prägen das Jahr. Die PV-Branche blieb bisher weitestgehend verschont. Fleißig installierten die PV-Spezialisten auf den Dächern und in den Kellern weiter. Mehr Anlagen als je zuvor gingen ans Netz. Während sich die allgemeine Großwetterlage gerade entspannt, die Politik die Maßnahmen zurückfährt und ein Stück Normalität einkehrt, verdichten sich die Wolken am PV-Himmel. Zwei Tiefdruckgebiete treffen gerade aufeinander, jedes für sich stürmisch genug: der Nachfrage-Boom um den 52 GW-Deckel und die Folgen der ersten Corona-Welle. Beides verknappt die Mengen auf den Märkten.

Die Corona-Folgen

Viele Hersteller, egal ob sie in China oder Europa produzieren, beziehen Bauteile für Speicher und Wechselrichter aus der ganzen Welt. Fehlt auch nur das kleinste Teil, kann das Produkt nicht fertiggestellt werden. Wegen der Pandemie und des Shutdowns wurden viele Fabriken weltweit vorübergehend geschlossen. Ist ein Shutdown vorbei, werden die Produktionskapazitäten nur langsam wieder hochgefahren. Die Hersteller stellen also lange nicht so große Mengen her wie vorher. Die produzierte Ware macht sich dann nur schleppend auf den Weg zu uns: Umwege, fehlende Ausfuhrerlaubnisse, gründliche Inspektionen und Hygienemaßnahmen verlängern den Transportweg. Aktuell stehen einige Hersteller auch mit neuen Produkten in den Startlöchern, die die Lage entspannen könnten. Die Hersteller-Tests und Feldtests dafür ziehen sich gerade deutlich in die Länge. Gerätefreigaben trudeln somit nur nach und nach ein und die Verkaufsstarts rücken nach hinten.

Der Vorzieheffekt des 52 GW-Deckels

Die Politik versprach schon mehrmals den 52 GW-Deckel abzuschaffen, passiert ist bis jetzt nicht viel. Die Bundesnetzagentur revidierte im Januar den Zählerstand und gab die gesamte installierte PV-Leistung Ende Januar mit 49.425 MW an. Die Branche rechnet damit, dass der Deckel in der zweiten Jahreshälfte 2020 geknackt wird. Eigenheimbesitzer drängen daher auf eine schnelle Anmeldung ihrer Anlagen, denn Zeit ist in diesem Fall wirklich Geld. Wir hoffen, dass der Gesetzgeber die Sache noch rechtzeitig richten wird. Eigenheimbesitzer und die gesamte PV-Branche halten hier mit Petitionen den Druck hoch. Wir gehen ebenfalls mit, und du hoffentlich auch.

Unsere Empfehlungen

Wie kannst du dem Unwetter entgehen? Die schöne Nachricht ist: Es gibt noch gut verfügbare Stromspeicher und Wechselrichter auf dem Markt, die du dir sichern kannst. Sie geben dir Planungssicherheit und können eine sehr gute Alternative sein. Dazu gehören Speicher und Wechselrichter von:

Bei anderen Produkten empfehlen wir dir, längere Lieferzeiten und Verzögerungen einzuplanen und keine festen Terminversprechungen gegenüber deinen Kunden zu geben. Bestimmungen aus der Politik und Prognosen ändern sich wöchentlich. Dadurch ist und bleibt die Situation schwer einschätzbar. Informiere dich daher regelmäßig und passe deine Planung entsprechend an. Natürlich solltest du auch deine Kunden früh mit ins Boot holen. Wir arbeiten mit voller Power daran, deine bestellten Produkte termingerecht auf deine Baustelle zu bringen und dich somit mit einem Regenschirm vor dem Unwetter zu schützen. Wir glauben außerdem fest daran, dass wir diese Herausforderungen zusammen meistern werden. In der PV-Branche sind schon viele Gewitter über uns gezogen, bisher haben wir sie meistens halbwegs trocken überstanden.

Zusammengefasst:

  • Wir sehen in den nächsten Wochen deutlichere Folgen der Corona-Krise und ein Nachfrage-Boom um den 52 GW-Deckel.
  • Stelle dich auf längere Lieferzeiten bei vielen Produkten ein.
  • Die gute Nachricht: Einige Speicher und Wechselrichter sind noch gut verfügbar. Wir empfehlen dir entsprechend zu planen und Kunden früh zu informieren.