Brandschutz bei einer PV-Anlage: Ein Überblick

Eine PV-Anlage bringt im Vergleich mit anderen technischen Anlagen kein höheres Brandrisiko. Tritt der Ernstfall aber ein, braucht es Mittel und Wege, um den Schaden zu minimieren. Welche Lösungen für den Brandschutz bei einer PV-Anlage gibt es?

Es ist Sommer – und gewittert. Trifft ein Blitzschlag ein Dach und damit auch eine PV-Anlagen müssen die Schäden an Menschen und Technik so gering wie möglich gehalten werden. Erforderlich für Eigenheime sind nach VDE-AR-N 4100 ein Überspannungsschutz und ein Potentialausgleich an der Unterkonstruktion.

Trotz aller Gegenmaßnahmen und unabhängig von einer PV-Anlage kann es nach einem Blitzeinschlag zu einem Brand im Haus kommen. Dann sollte die PV-Anlage durch einen Feuerwehrschutzschalter spannungsfrei geschalten werden. Die PV-Anlage wird so vom Netz getrennt und keine Spannung kommt von den Modulen ins Hausnetz. Rettungskräfte der Feuerwehr können gefahrlos löschen.

Öffentliche Gebäude, PV-Anlagen und Brandschutz

Bei öffentlichen Gebäuden sieht es etwas anders aus: Schon bei der Planung einer PV-Anlage für öffentliche Gebäude können Herausforderungen entstehen, denn die PV-Anlage muss das bestehende Brandschutzkonzept des Gebäudes berücksichtigen. Es beugt Bränden vor, verhindert die Branderweiterung und ermöglicht eine effiziente Rettung durch die Feuerwehr.

Wichtige Regelwerke, die hier beachtet werden müssen, sind die Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) und die Landesbauordnungen (LBO), die beide aber nicht im Detail auf PV-Anlagen eingehen. Aus beiden Leitlinien leiten wir für PV-Anlagen ab:

  • Brandwände oder Gebäudetrennwände dürfen nicht von brennbaren Bauteilen überbaut werden, zum Beispiel von PV-Modulen oder Solarkabeln.
  • Bei dachparallel installierten PV-Modulen wird ein Abstand von 0,50 m zwischen Modul und Brandwand empfohlen, wenn die Brandwand weniger als 0,30 m über die Oberkante der PV-Anlage ragt. (§30[5] MBO)
  • Bei Anlagen, die auf einem Flachdach installiert werden, wird ein Abstand von 1,25 m zwischen PV-Modul und Mitte der Brandwand empfohlen. (§32 MBO „Dächer“)
  • Bei dachintegrierten Anlagen kann bis an die Auskragung der Brandwand gebaut werden.
  • Kabeldurchbrüche und -überführungen müssen nach der MLAR beschaffen sein.
Brandschutz-Grafik

Brandschutz einer PV-Anlage

 

Brandschutz-Produkte für eine PV-Anlage im öffentlichen Bereich

Du musst die PV-Leitungen durch eine Brandwand führen? Dafür kannst du Produkte zur Brandschottung und einen Brandschutzschaum nutzen. Von OBO Betterman gibt es den Pyroplug Schaumblock. Wenn du die Leitungen durch den Durchbruch legst, schneidest du den Pyroplug in die gewünschte Form und legst ihn um die Leitungen. Abschließend, um die Abschottung wirklich dicht zu bekommen, schäumst du mit dem Brandschutzschaum die restlichen Lücken auf.

OBO Brandschutzkabelbandage

OBO Brandschutzkabelbandage © OBO Bettermann

 

Du musst die PV-Leitungen über eine Brandwand legen? Dafür gibt es von uns den Brandschutzinstallationskanal und die Kabelbandagen. Mit diesen Brandschutzumhüllungen lassen sich die PV-Leitungen einfach „einbandagieren“ und an der Brandwandüberführung einwickeln, damit verhinderst du die Brandweiterleitung. OBO Bettermann führt Kabelbandagen, die es als witterungsbeständige Variante für Außenbereiche und für Innenbereiche gibt.

OBO Installationskanal

OBO Installationskanal © OBO Bettermann

 

Eine Alternative dazu wären Installationskanäle aus Edelstahl. Ein mit speziellem Brandschutzgewebe ausgekleideter Kabelkanal schäumt hier im Brandfall auf und verhindert so zuverlässig die Brandweiterleitung. Die Edelstahlkanäle PYROLINE® PLMR von OBO erreichen eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Min., sind korrosionsbeständig, halten extremen Temperaturen und hoher Feuchtigkeit stand. Nachträglich können weitere Leitungen durchgeführt werden.

Fazit

Auch wenn kein erhöhtes Brandrisiko von einer PV-Anlage ausgeht, sollten sich Energie:Experten*innen mit dem Thema Brandschutz auskennen. Für Eigenheime gibt die VDE-AR-N 4100 Aufschluss. Für öffentliche Gebäude müssen zahlreiche Richtlinien und Verordnungen der MLAR und der LBO berücksichtigt werden. Es stehen darin aber keine konkreten Hinweise für PV-Anlagen, sondern nur Brandschutzvorschriften für Gebäude allgemein. Es lassen sich aber einige Leitlinien ableiten. Wenn es darum geht, brandschutzkonform PV-Leitungen zu verlegen, bietet OBO Bettermann passende Lösungen für öffentliche Gebäude.

Zusammengefasst:

  • Brandschutz für PV-Anlagen ist ein wichtiges Thema. Für Eigenheime oder öffentliche Gebäude gibt es Verordnungen und Richtlinien.
  • Für öffentliche Gebäude arbeiten Installateur*innen mit Kabeldurchbrüchen oder Kabelunterführungen.
  • OBO Bettermann bietet verschiedenste Produkte für diesen Bereich, unter anderem einen Edelstahlkanal und Kabelbandagen.