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SNEC 2026: Die spannendsten Modul-Neuheiten für Eigenheime

snec
Photovoltaik-Wissen
Aktualisiert am 08. Juni 2026
6 Min. Lesezeit
Daniel Schmitt
Daniel Schmitt

Die SNEC in Shanghai bleibt die wichtigste Bühne der internationalen Solarindustrie. Auch 2026 präsentierten die Hersteller zahlreiche Innovationen, die den Residential-Markt der kommenden Jahre prägen werden. Für Memodo waren Daniel Schmitt (Gründer und Geschäftsführer), Pankaj Hurria (Strategischer Einkauf) und Thomas Pfaffinger (Produktmanager Photovoltaikmodule) vor Ort, um die neuesten Entwicklungen direkt bei den Herstellern zu bewerten. 

InfoInfoInfoInfo

Die SNEC in Shanghai gilt als die wichtigste internationale Solarmesse und ist deutlich größer als europäische Leitmessen wie the smarter E (Intersolar). Tausende Hersteller entlang der PV-Wertschöpfungskette präsentieren hier ihre neuesten Innovationen. Für Fachleute bietet sie einen einzigartigen Einblick in zukünftige Trends.

Auffällig war in diesem Jahr, dass die Messe spürbar kompakter ausfiel: rund ein Drittel weniger Aussteller als im Vorjahr. Ein Zeichen dafür, dass die Konsolidierung der Branche begonnen hat. 

Unser wichtigstes Fazit vorweg: Der Wettbewerb um höhere Wirkungsgrade auf begrenzten Dachflächen nimmt weiter Fahrt auf. Während n-Type TOPCon aktuell den Massenmarkt dominiert, gewinnt die Back-Contact-Technologie an Bedeutung. Gleichzeitig sehen wir Fortschritte bei Ästhetik, Schwachlichtverhalten, Temperaturperformance und Teilverschattungsmanagement, also bei Faktoren, die gerade bei Eigenheimanlagen einen echten Mehrwert schaffen.

Aiko Solar: Back Contact bleibt der Effizienz-Benchmark

Aiko zählt weiterhin zu den technologischen Taktgebern im Premium-Residential-Segment. 

Die neuesten ABC-Module (All Back Contact) wurden auf der SNEC bereits in der vierten Produktgeneration gezeigt. Im Mittelpunkt stehen hohe Wirkungsgrade und eine hohe Leistungsdichte. Gerade auf Dächern mit begrenzter Fläche zählt jeder zusätzliche Prozentpunkt. Hinzu kommt die vollständig schwarze, homogene Optik ohne sichtbare Zellkontakte auf der Vorderseite. 

Einen guten Einblick gab uns der Besuch der Aiko-Fertigung in Yiwu bereits einen Tag vor Messebeginn. Die Produktion ist hochautomatisiert und linear aufgebaut, mit rund acht parallelen Fertigungslinien, deren Waferstraßen über einen Kilometer lang sind. Allein dieser Fertigungsstandort bringt über 10 GW pro Jahr hervor. 

Interessant war für uns die Einordnung, wo die eigentliche Herausforderung bei Premium-Modulen liegt: in der Waferfertigung, die viel technisches Know-how und eine hochpräzise, wiederholgenaue Produktion verlangt. Die nachgelagerten Schritte bis zum fertigen Modul sind im Vergleich besser beherrschbar. Für Installateur*innen besonders relevant: Die Investitionen in die Fertigungskapazitäten sollten dazu beitragen, die zuletzt teils angespannte Liefersituation weiter zu entspannen.

Tongwei Solar: TOPCon wird effizienter

Tongwei präsentierte die nächste Stufe seiner TNC-Technologie. Statt auf spektakuläre Wattzahlen setzt der Hersteller auf eine kontinuierliche Verbesserung der Zellarchitektur, etwa durch optimierte Passivierung und reduzierte elektrische Verluste. Die TOPCon-Module erreichen damit Wirkungsgrade, die noch vor wenigen Jahren Premiumlösungen vorbehalten waren, bei einem weiterhin attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis für die breite Masse der Eigenheimprojekte.

JinkoSolar: Tiger Neo entwickelt sich weiter

JinkoSolar zeigte die nächste Generation seiner Tiger-Neo-Plattform mit Verbesserungen bei Wirkungsgrad, Temperaturverhalten und Zuverlässigkeit. Praktisch relevant sind vor allem die erneut gezeigten Leichtbaukonzepte, die für Bestandsgebäude und statisch anspruchsvolle Dächer interessant werden können.

Trina Solar: Back Contact als Zukunftstechnologie

Auch Trina setzt verstärkt auf Back Contact. Die THBC-Plattform (Trina Hybrid Back Contact) kombiniert die Vorteile verschiedener Zellarchitekturen und liefert Module mit homogener Optik und guten Leistungswerten unter realen Betriebsbedingungen. Während TOPCon das Volumen bedient, positioniert sich Trina damit zunehmend im Premiumsegment der Residential-Anwendungen.

LONGi: HPBC im Massenmarkt

LONGi bringt mit der neuesten Hi-MO-Generation die Vorteile der Rückkontaktierung zunehmend in den Massenmarkt. Spürbar sind die Fortschritte beim Verschattungsverhalten, das gerade auf typischen Eigenheimdächern mit Schornsteinen, Dachfenstern oder Gauben den Jahresertrag beeinflusst. Darüber hinaus baut LONGi sein Portfolio über das Modul hinaus aus: Wechselrichter sowie Heim- und Gewerbespeicher ergänzen das Angebot.

Jolywood: n-Type-Kompetenz

Jolywood, einer der Pioniere der n-Type-Technologie, legt den Fokus weniger auf einzelne Leistungsrekorde als auf die im Residential-Markt entscheidenden Eigenschaften: geringe Degradation, stabiles Temperaturverhalten und eine hohe Energieausbeute über die gesamte Lebensdauer. Zugleich kündigte Jolywood einen Einstieg in die Back-Contact-Technologie an.

Was uns auf der SNEC 2026 besonders aufgefallen ist

Neben den einzelnen Produktneuheiten haben wir drei klare Trends identifiziert: 

  1. Back Contact gewinnt an Dynamik. Aiko, LONGi und Trina investieren deutlich in Back-Contact-Technologien. Die Kombination aus Flächeneffizienz, Ästhetik und steigenden Wirkungsgraden macht die Bauweise besonders attraktiv für Eigenheimdächer.
  2. TOPCon bleibt der Marktstandard. TOPCon entwickelt sich weiter und bietet ein gutes Verhältnis aus Kosten, Verfügbarkeit und Leistung. Die Technologie wird auch in den kommenden Jahren den Großteil des Residential-Marktes bedienen.
  3. Qualität wird wichtiger als reine Wattzahlen. Die Hersteller sprechen zunehmend über Temperaturverhalten, Verschattungstoleranz, Schwachlichtperformance, Degradation und Langzeiterträge. Diese Faktoren entscheiden darüber, wie viel Strom eine Anlage über 30 Jahre tatsächlich produziert.

Das Memodo-Fazit aus Shanghai

Noch vor wenigen Jahren standen vor allem höhere Modulleistungen im Mittelpunkt. Heute rücken zusätzlich Ästhetik, Verschattungsverhalten, Temperaturperformance und langfristige Energieerträge in den Fokus. Kurz gesagt: Die Module werden smarter. Gerade auf Eigenheimdächern entscheiden diese Faktoren häufig stärker über den Kundennutzen als einige Watt zusätzliche Modulleistung. 

Der Trend zeigt klar in Richtung Back Contact. Wer dieser Entwicklung einen Schritt voraus sein möchte, schaut sich am besten die Module von LONGi und Aiko oder unseren deutschen Partner Solarfabrik an. Und wenn es bewährtes TOPCon in Full Black sein soll, finden Installateur*innen das passende Angebot direkt in unserem Onlineshop

Thomas Pfaffinger, Produktmanager Photovoltaikmodule, zieht ein persönliches Fazit der Reise: “Was mir besonders im Kopf geblieben ist: Bei der Werksführung durften wir vieles sehen, aber nicht fotografieren. Vor einigen Jahren war es genau umgekehrt, da kamen die Delegationen aus China zu uns. Daran merkt man, wie sehr sich die Technologieführerschaft verschoben hat.”

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