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PV-Markt Deutschland: Es zieht wieder an!

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Aktualisiert am 10. April 2026
14 Min. Lesezeit
Daniel Schmitt
Daniel Schmitt

Die aktuellen Zubauzahlen stammen aus dem Marktstammdatenregister mit Stand 1. März 2026. Erfasst sind installierte und gemeldete Anlagen sowie Speicher – keine Herstellerverkäufe. Die monatliche Auswertung erfolgt in Zusammenarbeit mit PV-Datenexperte Michail Agrusow.

Das Wichtigste auf einen Blick

Es zieht wieder an! Der März 2026 bringt die Trendumkehr und zeigt einen deutlichen Anstieg bei den Installationen sowie der Großhandelsnachfrage. Nach zwei schwachen Wintermonaten steigt der Zubau im Eigenheim nun wieder deutlich über 30.000 Anlagen im März. Gleichzeitig zeigt der Speichermarkt eine bemerkenswerte Resilienz. Die Speicherquote liegt erstmals dauerhaft über 100 Prozent: Es werden mittlerweile mehr Speicher als PV-Anlagen installiert, getrieben durch das Nachrüstgeschäft. 

Auch im Gewerbesegment gehen die Zubauzahlen wieder hoch, wenngleich der PV-Zubau im Vergleich zum Q1 2025 deutlich rückläufig ist. Im Gegensatz dazu verzeichnen Gewerbespeicher Rekordinstallationen. Und bei den Modulpreisen hat die Trendwende endgültig eingesetzt: Seit Jahresbeginn sind die Preise je nach Modulklasse um 14 bis 18 Prozent gestiegen – mit weiterem Aufwind ab April. Hinzu kommt ein neuer geopolitischer Faktor: Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise nach oben und rückt die Argumente für Solarenergie und Speicher erneut in den Fokus.

PV-Zubau Residential: Winterdelle drückt auf die Zahlen

Im Segment der Residential-PV-Anlagen (5–25 kWp) wurden im März rund 18.200 Anlagen im Marktstammdatenregister gemeldet. Inklusive der erwarteten Nachmeldungen rechnen wir mit einem Gesamtzubau von knapp 35.000 Anlagen für den Monat. Damit liegt das erste Quartal 2026 bei geschätzt 81.700 Anlagen – ein Rückgang von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Q1 2025: ca. 96.000 Anlagen).

Dieser Rückgang ist mindestens teilweise auf das winterliche Wetter zurückzuführen, das Installationen auf Dächern verzögert hat. Der langfristige Trend bleibt aber deutlich positiv: Im Vergleich zu Q1 2022 (ca. 56.500 Anlagen) liegt der aktuelle Zubau trotz der Abkühlung noch immer auf einem völlig anderen Niveau. Der rollierende 12-Monats-Durchschnitt pendelt sich bei rund 29.000 Anlagen pro Monat ein – ein solides Fundament für das Gesamtjahr und der März gibt Grund zur Hoffnung auf ein starkes Comeback.

Für das Gesamtjahr 2026 wird aktuell ein Zubau von rund 374.000 Residential-PV-Anlagen prognostiziert (gemeldet + Nachmeldungen + Erwartung). Das wäre ein Rückgang gegenüber 2025 (ca. 393.000), bewegt sich aber weiterhin auf historisch hohem Niveau. Die Folgen des Iran-Kriegs und das mögliche Ende der Einspeisevergütung für Eigenheimanlagen könnten aber noch zu einer deutlichen Steigerung beitragen.

Speichermarkt Residential: Nachrüstung hält den Markt stabil

Der Speichermarkt im Residential-Bereich (3–25 kWh) zeigt sich deutlich widerstandsfähiger als der PV-Zubau. Für den März werden gut 38.000 neu installierte Systeme erwartet, für das bisherige Jahr rund 89.500 Speicher. Im Vergleich zum Vorjahresquartal (Q1 2025: ca. 94.700) bedeutet das einen moderaten Rückgang von lediglich 5 Prozent – deutlich weniger als beim PV-Zubau.

Die entscheidende Kennzahl: Die Speicherquote (6 Monate rollierend) liegt im März 2026 bei über 105 Prozent. Das bedeutet: Auf jede neu installierte PV-Anlage kommen mittlerweile mehr als ein Speichersystem. Dieser historische Meilenstein wird vor allem durch Nachrüstungen getrieben – Bestandskunden statten ihre bereits installierten PV-Anlagen nachträglich mit Speichern aus. Nachrüstungen sind wetterunabhängig, was erklärt, warum der Speichermarkt auch im Winter stabil bleibt.

Insgesamt sind in Deutschland inzwischen rund 2,4 Millionen Batteriespeicher in Betrieb. Die installierte Speicherkapazität hat sich innerhalb von nur vier Jahren mehr als verfünffacht – ein eindrucksvolles Wachstum, das die zunehmende Bedeutung von Speicherlösungen im Energiemix unterstreicht. Für Installateure und Fachpartner bedeutet das: Das Nachrüstgeschäft bleibt ein verlässlicher Umsatzträger – auch in Phasen, in denen der Neubau von PV-Anlagen stockt. Dieses Geschäft wird in den nächsten Jahren noch zunehmen.

Gewerbe und Industrie: PV schwächelt, Speicher boomen

Im März 2026 wurden rund 2.600 Anlagen gemeldet, womit ein Teil des Rückstands aus den Vormonaten aufgeholt wird. Für Q1 2026 liegt der Zubau bei rund 7.400 Anlagen, gegenüber 12.000 im Vorjahreszeitraum – ein Rückgang von 38 Prozent. Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 liegt bei knapp 29.000 Anlagen.

Ein ganz anderes Bild zeigt sich bei den Gewerbespeichern (über 25 kWh). Hier wurden im März vermutlich eine Rekordzahl von mehr als 1.600 Systemen installiert. Für Q1 2026 sind damit rund 3.600 Systeme zusammengekommen – ein Plus von 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Prognose für 2026 liegt bei 16.000 Systemen mit einer Gesamtkapazität von über 10 GWh – ein massives Wachstum, das die steigende Nachfrage nach gewerblichen Flexibilitätslösungen widerspiegelt.

Besonders dynamisch entwickelt sich das Segment der Großspeicher: Im März wurden 19 Projekte mit über 5 MWh gemeldet, darunter ein Speicher in Nordrhein-Westfalen mit 231 MWh und ein weiterer in Rheinland-Pfalz mit 64 MWh Kapazität. Die Speicherkapazität im Gewerbe- und Großspeicherbereich hat sich 2025 auf rund 2,4 GWh verdoppelt – und für 2026 steht eine weitere massive Steigerung bevor. 

Modulpreise: Die Trendwende ist da und Module verknappen

Nach Jahren sinkender Preise hat sich die Modulpreisentwicklung 2026 fundamental gedreht. Im März sind die Preise über alle Modulklassen weiter gestiegen. Besonders stark verteuerten sich Low-Cost-Solarmodule mit einem Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, da die letzten Überbestände nun endgültig vom Markt verschwunden sind. Bei Hocheffizienzmodulen, All-Black-Produkten und Mainstream-Modulen fiel der Anstieg mit 3,4 bis 4,3 Prozent noch etwas moderater aus. Seit Jahresbeginn summieren sich die Preissteigerungen je nach Modulklasse auf 14 bis 20 Prozent.

Ab April kommt ein weiterer Preistreiber hinzu: China hat die neunprozentige Exportsteuerrückvergütung für Solarmodule, Zellen und Wafer gestrichen. Da China mit fast 90 Prozent der wichtigste Lieferant für den deutschen Modulmarkt ist, hat diese Maßnahme direkte Auswirkungen auf die Beschaffungskosten. Branchenexperten rechnen allein durch den Wegfall der Exportvergünstigungen mit einem Preisanstieg von rund zehn Prozent. In Kombination mit gestiegenen Rohstoffpreisen – Aluminium hat sich 2026 um 26 Prozent verteuert, Silber sogar um 80 Prozent – werden Gesamtsteigerungen von 15 bis 20 Prozent erwartet.

Zudem wurden insbesondere im ersten Quartal verhältnismäßig wenige Module nach Europa verschifft – vielen Herstellern wie auch Großhändlern fehlt es schlicht an Cash, um große Modulmengen in Europa vorzuhalten. Dies führt nun zu einer Verknappung. Vor allem Hochleistungsmodule sowie Full-Black Module sind derzeit sehr knapp. Diese Situation wird sich voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte wieder entspannen.

Speicherpreise: Auch hier ist mit Preissteigerungen zu rechnen

Während Eigenheimspeicher derzeit noch einigermaßen stabil im Preis sind, beobachten wir bereits deutliche Preissteigerungen bei Gewerbespeichern. Dies ist insbesondere auf die sehr hohe Nachfrage als auch auf die deutlich gestiegenen Lithium-Preise (über 50% seit Jahresbeginn) zurückzuführen. Die gestiegenen Seefrachtkosten als Folge des Iran-Kriegs tun ihr Übriges. 

Marktanteile Speicher: Bewegung im Wettbewerb

Bei den Marktanteilen im Speichersegment setzt sich ein bemerkenswerter Trend fort: Die drei bisherigen Marktführer BYD (ca. 20,6 Prozent), Huawei (ca. 11,7 Prozent) und Sungrow (ca. 10,7 Prozent) verlieren kontinuierlich Anteile. Bemerkenswert: Sungrow hat im laufenden Zeitraum Huawei überholt und liegt nun auf Platz zwei.

Die Gewinner der letzten Monate sind vor allem Fronius und Sigenergy, die deutlich dazugewonnen haben. Fronius liegt mittlerweile bei rund 6,1 Prozent Marktanteil (6 Monate rollierend), Sigenergy bei 4,6 Prozent. Der Trend geht weiterhin klar zu All-in-One Systemen. Beachtenswert ist zudem das Comeback von SolarEdge, die im März das neue Nexis System vorgestellt haben. Wir rechnen mit deutlich steigenden Marktanteilen in den nächsten Monaten. 

Neue Entwicklungen: Was die Branche bewegt

Energy Sharing ab Mitte 2026: Eine EU-Richtlinie ermöglicht ab Mitte 2026 Energy Sharing in Deutschland. Produzenten mit überschüssigem Strom können diesen dann mit Nachbarn zu selbstbestimmten Preisen teilen. Das eröffnet völlig neue Geschäftsmodelle – sowohl für Anlagenbetreiber als auch für Installateure, die entsprechende Beratungs- und Planungsleistungen anbieten können.

Komplettlösungen im Trend: Hersteller wie SolarEdge, Sigenergy und GoodWe setzen 2026 verstärkt auf integrierte Systeme. Das SolarEdge Nexis-System verbindet Wechselrichter, Batterie (bis 23 kWh) und 22-kW-Wallbox in einem Ökosystem. Das besondere: Es gibt nur noch einen Wechselrichter, der alle Leistungsklassen abdeckt!  Sigenergy geht mit dem SigenStor noch einen Schritt weiter: Das 5-in-1-System vereint Solar-Wechselrichter, Batteriespeicher, Energiemanagement und DC-Wallbox mit Vehicle-to-Home-Funktion in einem Gerät – mit bis zu 54 kWh Speicherkapazität. 

GoodWe hat mit der ESA-Serie im März 2026 ein All-in-One-Speichersystem auf den europäischen Markt gebracht, das Hybrid-Wechselrichter und LiFePO4-Batterien (bis 48 kWh) in einem kompakten, wetterfesten Gehäuse kombiniert und über den EZManager3000 Wallboxen, Wärmepumpen und weitere Komponenten einbindet. Bidirektionales Laden – also die Möglichkeit, Elektrofahrzeuge als mobile Speicher ins Hausnetz einzubinden – kommt als weiterer Baustein hinzu. Beachtenswert sind auch die neuen Systeme von Ecoflow und Tesla. Letzterer bringt gerade seine 3-phasige Powerwall an den Start, diese sollte man unbedingt im Blick haben. 

Geopolitik und Energiemärkte: Auswirkungen des Iran-Kriegs

Seit Anfang April 2026 bestimmt ein neuer geopolitischer Faktor die Energiemärkte: Die militärische Eskalation im Iran und die faktische Schließung der Straße von Hormus haben die globalen Öl- und Gaspreise sprunghaft ansteigen lassen. Durch die Meerenge fließen im Normalbetrieb rund 20 % des weltweiten Ölhandels und erhebliche LNG-Mengen. Der Wegfall dieser Handelsroute trifft Europa als Nettoimporteur besonders hart – die Gaspreise am TTF-Spotmarkt haben sich innerhalb weniger Tage vervielfacht, und auch die Stromgroßhandelspreise ziehen deutlich an.

Für die PV-Branche hat diese Entwicklung mehrere Dimensionen:

Wirtschaftlichkeit von PV und Speicher steigt: Höhere Strompreise verbessern die Amortisationsrechnung für Solaranlagen und Batteriespeicher erheblich. Jede Kilowattstunde Eigenverbrauch wird wertvoller, wenn der Bezugsstrompreis steigt. Gerade für Gewerbebetriebe, die ohnehin unter steigenden Energiekosten leiden, rückt die Investition in Eigenerzeugung und Speicher weiter in den Fokus. 

Preise unter zusätzlichem Druck: Die Krise am Roten Meer und im Persischen Golf trifft auch die Logistikketten. Containerfrachtkosten steigen, Versicherungsprämien für Schiffstransporte durch die Region verteuern sich massiv, und Lieferzeiten verlängern sich. Das verstärkt den ohnehin durch den Wegfall chinesischer Exportvergünstigungen ausgelösten Preisanstieg bei Modulen und Speichern zusätzlich. 

Energieautarkie als Verkaufsargument: Der Iran-Krieg führt vielen Endkunden die Verwundbarkeit der fossilen Energieversorgung erneut drastisch vor Augen – ähnlich wie der Gaspreisschock 2022. Das Bedürfnis nach Unabhängigkeit von volatilen Energiemärkten und geopolitischen Krisen ist ein starkes Argument in der Kundenberatung. PV-Anlage plus Speicher plus Wärmepumpe plus E-Auto – diese Kombination steht für maximale Unabhängigkeit und wird in der aktuellen Lage noch relevanter.

Wichtig bleibt: Die Lage ist volatil und kann sich rasch verändern. Es empfiehlt sich, die Entwicklungen an den Energiemärkten aufmerksam zu verfolgen und die eigene Beratung entsprechend anzupassen. Die Grundaussage aber ist eindeutig – Investitionen in erneuerbare Energien und Speicher sind in einem solchen Umfeld relevanter denn je.

Frau Reiche und die Einspeisevergütung: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie scheint weiterhin der Überzeugung zu sein, dass die Einspeisevergütung für Eigenheim-PV-Anlagen ab 2027 gestrichen werden muss. Entschieden ist dies noch nicht, die Presseberichterstattung, Mediakampagnen und geleakte Dokumente lassen aber vermuten, dass es tatsächlich dazu kommen könnte. Eine Entscheidung soll bis Sommer dieses Jahres getroffen werden, damit entsprechende Änderungen ab Januar 2027 in Kraft treten können. Die derzeitige Berichterstattung wird mit Sicherheit zu Vorzieheffekten führen. Eigenheimbesitzer, die ohnehin geplant hatten, eine PV-Anlage zu installieren, werden dies nun mit hoher Wahrscheinlichkeit in diesem Jahr tun. Ab nächstem Jahr könnte dann ein Rücksetzer drohen! 

Fazit und Ausblick

Der März 2026 zeigt ein differenziertes Bild des deutschen PV- und Speichermarktes. Der Residential-PV-Zubau befindet sich nach dem Rekordjahr 2023 in einer Phase der Normalisierung, liegt aber weiterhin auf historisch hohem Niveau. Der Speichermarkt erweist sich als widerstandsfähig und profitiert stark vom Nachrüsttrend. Im Gewerbebereich gehen PV-Zubau und Speicherzubau deutlich auseinander – die Nachfrage nach Flexibilität und Eigenverbrauchsoptimierung treibt den Speichermarkt auf Rekordwerte.

Die kommenden Monate werden spannend: Mit dem Frühling dürfte der PV-Zubau wieder anziehen. Gleichzeitig werden die Modulpreissteigerungen nach dem Wegfall der chinesischen Exportvergünstigungen ab April voll spürbar – verstärkt durch steigende Logistikkosten infolge des Iran-Kriegs. Wer frühzeitig bestellt und seinen Kunden die Preisentwicklung transparent kommuniziert, ist klar im Vorteil. Die geopolitische Lage unterstreicht zudem das zentrale Versprechen der Solarbranche: Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten und volatilen Weltmärkten. 

Auf der Speicherseite bieten neue Systeme von SolarEdge, Sigenergy, GoodWe, Tesla oder Ecoflow zusätzliche Argumente für die Beratung. Und mit dem Energy Sharing ab Mitte des Jahres steht ein neues Geschäftsmodell in den Startlöchern. Abzuwarten bleibt, ob ab 2027 wirklich die Einspeisevergütung gänzlich entfällt. Hierzu wissen wir vielleicht in unserem Mai Marktupdate mehr. 

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