PV-Markt Deutschland 2026: Marktupdate & Trends für Installateure
PV-Marktentwicklung Deutschland: Warum der Januar 2026 ein wichtiger Frühindikator ist
Bei Memodo schauen wir jeden Monat sehr genau auf die PV-Marktentwicklung in Deutschland. Nicht, um kurzfristige Stimmungen zu bewerten, sondern um zu verstehen, wie sich der Photovoltaik-Markt strukturell verändert – und was das konkret für Installateure und Projektierer bedeutet.
Die hier dargestellten Zahlen basieren auf dem Marktstammdatenregister (MaStR) mit Stand 1. Januar 2026. Betrachtet werden installierte und gemeldete Systeme, inklusive erwarteter Nachmeldungen – nicht die Verkaufszahlen der Hersteller. Die monatliche Auswertung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem PV-Datenexperten Michail Agrusow, der die MaStR-Daten kontinuierlich analysiert.
Der Januar ist im deutschen PV-Markt traditionell ein witterungsbedingt schwächerer Monat. Gleichzeitig ist er ein wichtiger Frühindikator: Nach dem herausfordernden Jahr 2025 zeigt sich hier, ob sich der Photovoltaik-Markt in Deutschland stabilisiert, weiter abkühlt oder erste neue Impulse sichtbar werden.
PV-Residential-Markt 2026: Rückgang nach dem Boom, aber stabile Nachfrage
PV-Anlagen 5–25 kWp: Entwicklung im Januar 2026
Im Januar 2026 wurden inklusive Nachmeldungen knapp 26.000 PV-Anlagen im Residential-Segment 5–25 kWp installiert. Das entspricht einem Rückgang von rund 29 % gegenüber Januar 2025 (ca. 36.300 Anlagen).
Im Vergleich zu den Boomjahren ordnen sich diese Zahlen klar ein:
- Januar 2023: ca. 53.000 Anlagen
- Januar 2024: ca. 51.000 Anlagen
Trotzdem bewerten wir diese Januar-Zahlen als sehr gut. Für einen überraschend kalten und schneereichen Wintermonat zeigen sie, dass im deutschen PV-Residential-Markt weiterhin eine stabile Nachfrage vorhanden ist.
PV-Residential-Markt 2025: Jahresrückblick und Einordnung
Im Gesamtjahr 2025 lag der Zubau im Residential-PV-Markt in Deutschland bei knapp 400.000 Anlagen. Nach dem Peak 2023 mit über 670.000 Anlagen ist das deutlich weniger – aber weiterhin ein hohes, belastbares Marktniveau.
Trend zu größeren PV-Anlagen im Residential-Segment
Ein klarer Strukturtrend setzt sich im Residential-Segment fort:
Der Anteil der Anlagen bis 10 kWp ist im Januar 2026 auf unter 40 % gefallen. Anlagen oberhalb von 10 kWp gewinnen seit Jahren kontinuierlich an Bedeutung.
Für Installateure bedeutet das: größere Projekte, höhere Anforderungen an Planung und Auslegung – aber auch mehr Wertschöpfung pro Auftrag.
Residential-Speicher Markt 2025: Entwicklung und Normalisierung2025 wurden knapp 400.000 Residential-Speicher installiert, rund 20 % weniger als 2024. Auch hier zeigt sich eine Normalisierung auf hohem Niveau.
Speicherquote & Trend zu größeren Speicherkapazitäten
Die 6-monatige rollierende Speicherquote bleibt hoch. Ein Großteil der neuen PV-Anlagen wird weiterhin mit Speicher kombiniert. Gleichzeitig verschiebt sich die Nachfrage klar zu größeren Speicherkapazitäten, insbesondere im Bereich 10–25 kWh.
Mit der zunehmenden Verbreitung dynamischer Stromtarife dürfte sich dieser Trend im deutschen PV-Markt weiter verstärken.
Bedeutung des Residential-Markts für PV-Installateure
Der Hausdachmarkt ist ruhiger geworden, aber nicht unattraktiv. Betriebe mit guter Beratung, sauberer Auslegung und Servicekompetenz bleiben wettbewerbsfähig.
Größere Anlagen und Speicher eröffnen zusätzliche Upselling-Potenziale, etwa in Richtung Eigenverbrauchs- und Lastmanagement. Die neue Förderung für E-Fahrzeuge sowie der Boom bei Wärmepumpen bieten hier große Chancen.
Gewerbliche PV-Anlagen in Deutschland: Weniger Stückzahlen, größere Projekte
Der Markt für gewerbliche PV-Anlagen in Deutschland > 25 kWp verändert sich seit zwei Jahren spürbar. Damit verschiebt sich der Fokus im Gewerbe-PV-Markt zunehmend von Masse zu Qualität und Professionalität.
PV-Gewerbemarkt 2025: Zahlen & Entwicklung
2025 wurden in Deutschland gut 35.000 Anlagen > 25 kWp installiert – rund 17 % weniger als im Vorjahr. Nach den starken Jahren 2022 und 2023 folgt damit eine Abkühlung des Gewerbe-PV-Marktes , allerdings weiterhin auf einen hohem Niveau.
Gewerbliche PV im Januar 2026: Witterung, Projektverschiebungen und Effekte
Im Januar 2026 wurden knapp 3.700 Anlagen > 25 kWp gemeldet. Das liegt deutlich unter dem außergewöhnlich starken Januar 2025. Witterung und Projektverschiebungen spielen hier eine zentrale Rolle.
Durchschnittliche Anlagengröße als Strukturindikator
Die durchschnittliche Anlagengröße (6-Monats-Rolling) zeigt den strukturellen Wandel im Gewerbe-PV-Markt in Deutschland deutlich:
- Januar 2022: ca. 1,4 MWp
- Januar 2023: ca. 2,5 MWp
- Januar 2024: ca. 5,6 MWp
- Januar 2025: ca. 6,9 MWp
- Januar 2026: ca. 3,7 MWp
Auch 2026 liegt damit klar über dem Niveau der frühen Jahre.
Einordnung: Was der Gewerbe-PV-Markt für Installateure bedeutet
Der Gewerbemarkt verschiebt sich hin zu größeren, professionell geplanten Projekten. Die Stückzahlen sinken, die wirtschaftliche Bedeutung einzelner Projekte steigt. Installateure mit Planungskompetenz, Erfahrung in Statik, Lastprofilen und Vergütungsmodellen können sich hier klar differenzieren.
Gewerbespeicher Deutschland: Das dynamischste Marktsegment 2026
Der Markt für gewerbliche Stromspeicher in Deutschland entwickelt sich aktuell dynamischer als jedes andere Segment im Photovoltaik-Umfeld. Sowohl die Anzahl der installierten Systeme als auch die neu installierte Speicherkapazität wachsen deutlich.
Gewerbespeicher 2025: Wachstum, Kapazitäten und Anwendungsfälle
2025 wurden rund 10.000 Speicher > 25 kWh installiert – etwa 25 % mehr als 2024. Die installierte Speicherkapazität hat sich gegenüber dem Vorjahr sogar mehr als verdoppelt.
Großspeicher für Arbitragehandel und Regelenergie machen inzwischen rund 80 % der neu installierten Kapazität aus.
Gewerbespeicher im Januar 2026: Marktdynamik und Großprojekte
Im Januar 2026 wurden rund 1.248 gewerbliche Stromspeicher > 25 kWh installiert – etwa 34 % mehr als im Januar 2025. Zusätzlich gingen mehrere Großspeicherprojekte mit jeweils über 20 MWh ans Netz.
Chancen für Installateure im Gewerbespeicher-Markt
Im Segment 25–500 kWh entsteht ein attraktiver Markt für Gewerbe- und Industriekunden – etwa für Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung und Notstrom. Sehr große Speicher (> 1 MWh) werden meist von spezialisierten Projektentwicklern umgesetzt, eröffnen aber Kooperations- und Servicechancen.
Herstellerlandschaft bei Speichern: Mehr Auswahl, höhere Anforderungen für Installateure
Mit dem starken Wachstum des Speicher-Markts in Deutschland wird auch die Herstellerlandschaft für Stromspeicher breiter. Die größten Anbieter stellen weiterhin einen erheblichen Teil der installierten Systeme, verlieren jedoch schrittweise an Dominanz.
Parallel gewinnen weitere Hersteller an Bedeutung. Der Markt wird vielfältiger – und damit auch komplexer.
Für Installateure bedeutet das:
- mehr Auswahl bei Leistungsklassen und Systemarchitekturen
- stärkerer Preis- und Wettbewerbsdruck
- höhere Anforderungen an Herstellerstrategie, Servicefähigkeit und Systemintegration
Aus unserer Sicht bei Memodo geht es nicht darum, möglichst viele Hersteller parallel zu bedienen. Entscheidend ist, bewusst auszuwählen, welche Systeme technisch, organisatorisch und im Servicefall langfristig zum eigenen Geschäftsmodell passen.
PV-Preise 2026: Warum Installateure ab April mit steigenden Kosten rechnen müssen
Steigende Preise gehören aktuell zu den zentralen Themen im PV-Markt in Deutschland. Viele Installateure beobachten bereits zu Beginn des Jahres 2026 eine veränderte Preis- und Beschaffungssituation bei PV-Modulen, Zellen, Wafern und Stromspeichern.
Für den weiteren Jahresverlauf 2026 ist mit zusätzlicher Bewegung zu rechnen – insbesondere ab dem zweiten Quartal.
Ursachen steigender PV-Preise: Rohstoffkosten und chinesische Exportpolitik
China hat angekündigt, ab dem 1. April 2026 die Mehrwertsteuer-Exportvergünstigungen für PV-Produkte zu streichen. Diese Export-Subventionen haben es Herstellern bislang ermöglicht, Module, Zellen und Wafer besonders günstig auf den Weltmarkt zu bringen. Auch Stromspeicher haben hiervon profitiert. Diese Änderung trifft auf derzeit sehr hohe Rohmaterialkosten und belastet chinesische Unternehmen zusätzlich. Die allermeisten mussten in den letzten beiden Jahren massive Verluste hinnehmen. Ein drittes Verlust-Jahr wollen und können sich die meisten nicht leisten.
Die kosten werden schon jetzt an die internationalen Märkte weitergegeben. Viele Hersteller nutzen diese Situation als Chance die Preis Richtung Gewinnzone anzupassen. Die Preise für Händler, Installateure und Endkunden steigen.
Einordnung: Auswirkungen steigender PV-Preise auf Installateure
Die Preise für PV-Module sind bereits deutlich gestiegen, bis April könnte es nochmals zu einem spürbaren Preisauftrieb kommen. Wir beobachten zudem bereits Vorzieheffekte wodurch insbesondere Module in eine Verknappung laufen könnten. Chinesische Hersteller werden nun alles daran setzen möglichst viel Ware Richtung Europa zu verschiffen. Mit einer Entspannung es erst im Q3 oder Q4 zu rechnen.
Für Installateure heißt das: Beschaffung, Projektkalkulation und pro aktive Kundenkommunikation gewinnen wieder an Bedeutung.
PV-Technologietrends 2026: Höhere Modulleistungen & Repowering-Potenzial
Die technologische Entwicklung im PV-Markt in Deutschland schreitet seit Jahren kontinuierlich voran. Insbesondere die durchschnittliche Modulleistung steigt kontinuierlich. Besonders stark bei Freiflächenanlagen, zunehmend auch bei größeren Dachanlagen.
Viele ältere Gewerbedächer sind noch mit Modulen aus der Zeit vor 2010 ausgestattet. Daraus ergibt sich ein erhebliches Repowering-Potenzial, das in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen dürfte.
Für Installateure bedeutet das: bessere Flächennutzung, geringere Kosten pro kWp – bei gleichzeitig höheren Anforderungen an Unterkonstruktion, Stringdesign und Wechselrichterauslegung.
Fazit: Was die PV-Marktentwicklung 2026 für Installateure bedeutet
Aus unserer Sicht lassen sich aus den Januar-Zahlen 2026 klare Schlüsse ziehen:
- Der Markt normalisiert sich, bleibt aber strukturell stark
- Gewerbliche-PV-Anlagen und Stromspeicher sind die wichtigsten Wachstumstreiber
- Projekte werden größer, komplexer und beratungsintensiver
- Die Preise steigen
Was jetzt wichtig wird:
- Gewerbefokus schärfen und Prozesse darauf ausrichten
- Speicherkompetenz systematisch ausbauen
- Wirtschaftlichkeitsrechnungen für PV, Speicher und Lastmanagement standardisieren
- Bestandskunden aktiv auf Repowering ansprechen























































































































