Durchblick im Förderdschungel: Wallbox-Förderung

Elektroautos laden geht mit einer privaten Wallbox schnell, sicher und mühelos. Während Elektroautos durch die Bundesregierung vom Umweltbonus profitieren, fällt die Wallbox-Förderung, insbesondere für Eigenheime, in vielen Bundesländern noch mau aus. Wir klären euch über den aktuellen Stand auf.

Keine flächendeckende Lösung

Die Förderung des Bundes zum Ausbau der Ladeinfrastruktur konzentriert sich bisher auf öffentlich zugängliche Ladestationen, wie sie die „Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ vorsieht. Sie bezuschussen dabei die Investitionskosten anteilig.

Die Förderung privater Wallboxen mit einem Ladepunkt, hinkt weiter hinterher. Nur einzelne Kommunen, ländliche Regionen und einige Bundesländer fördern die Elektromobilität zuhause. Teilweise steigen auch die Energieversorger mit ein. Zum Beispiel gibt es in Nordrhein-Westfalen (NRW) und München schon ambitionierte Modelle.

Paradebeispiele NRW und München

Das Bundesland NRW geht als gutes Beispiel voran und will mit dem breit angelegten Förderprogramm „progres.nrw – Emissionsarme Mobilität“ den Ausbau der Elektromobilität antreiben. Bezuschusst werden Privatpersonen, freiberuflich Tätige, Kommunen und Unternehmen:

  • Privatpersonen, die eine Wallbox einrichten, können 50 % der Kosten (maximal 1.000 Euro) beim Land einreichen.
  • Das Land NRW unterstützt Kommunen beim Ausbau der nicht-öffentlichen Ladeinfrastruktur mit bis zu 80 % der Ausgaben (maximal 1.600 Euro) für eine Wallbox und bis zu 80 % der Ausgaben (maximal 4.800 Euro pro Ladepunkt) für eine Ladesäule.
  • Für Unternehmen gibt es bis zu 50 % der Ausgaben für eine Wallbox (maximal 1.000 Euro) und eine Ladesäule (maximal 3.000 Euro pro Ladepunkt).

Seit Januar 2019 profitieren die Bürger und Unternehmen der Stadt München von einem Förderprogramm für öffentliche und nicht-öffentliche Ladeinfrastruktur, also Ladesäulen und Wallboxen:

  • Für eine neue Wallbox auf privatem Grund, die mit regenerativem Strom gespeist wird, können bis zu 40 % der Kosten beantragt werden. Das können maximal 10.000 Euro für einen Schnellladepunkt sein.

Wallbox-Förderung in anderen Bundesländern

Auch in anderen Bundesländern gibt es schon Modelle. Wir zeigen euch exemplarisch weitere Förderprogramme, die eine Wallbox-Installation zuhause attraktiv machen:

Wallbox-Förderung Deutschland

Wallbox-Förderung in Baden-Württemberg
Karlsruhe Bis zu 400 Euro Förderung auf eine Wallbox für maximal 2 Ladestationen.
Rastatt Eine Förderung von 100 Euro erhalten alle Kunden der Stadtwerke Rastatt, die sich für eine private Wallbox entscheiden.
Wallbox-Förderung in Bayern
Bayern Durch das sogenannte 10.000 Häuser-Programm gibt es die Möglichkeit, bei der Installation einer PV-Anlage mit Stromspeicher bis zu 200 Euro Förderung für die private Ladestation zu erhalten.
Dachau Eine Förderung in Höhe von 250 Euro für die Wallbox durch die Stadtwerke Dachau ist möglich.
München Planung, Montage und Installation einer Ladeinfrastruktur werden seit Januar 2019 mit 40 Prozent der Kosten (bis zu 10.000 Euro für einen Schnellladepunkt) bezuschusst.
Nürnberg Bis zu 250 Euro Zuschuss für den Kauf einer Wallbox vom Energieversorger.
Wallbox-Förderung in Brandenburg
Schwedt Als Kunde der Stadtwerke Schwedt gibt es eine Förderung in Höhe von 200 Euro bei der Installation einer Wallbox, mit Kopplung an eine PV-Anlage gibt es sogar 300 Euro.
Wallbox-Förderung in Hessen
Frankfurt am Main 100 Euro Zuschuss für den Erwerb einer Mainova-Wallbox.
Darmstadt 100 Euro Zuschuss für den Erwerb einer ENTEGA-Wallbox.
Wallbox-Förderung in Niedersachsen
Hannover 500 Euro für eine Wallbox mit dem Bezug von Ökostrom.
Hildesheim 500 Euro Förderung beim Kauf einer Wallbox, wenn der Ökostrom vom örtlichen Energieversorger kommt.
Wallbox-Förderung in Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen Bei diesem Programm erstattet das Land für nicht öffentliche Ladepunkte 50 Prozent der „zuwendungsfähigen Ausgaben“, im Höchstfall 1.000 Euro pro Wallbox.
Düsseldorf Es gibt 20 % der Kosten, maximal 500 Euro. Die Förderung erhalten nur Haushalte in Düsseldorf, die zertifizierten Ökostrom oder Solarstrom beziehen.
Wallbox-Förderung in Rheinland-Pfalz
Mainz Die Stadt Mainz fördert eine E-Ladestation mit 400 bis 600 Euro.
Kaiserslautern Die Stadtwerke Kaiserslautern bieten eine Wallbox-Förderung für eine private Ladestation inkl. Ladekarte an, hier sind bis zu 222 Euro Zuschuss möglich.
Wallbox-Förderung in Thüringen
Jena Die Stadtwerke Jena-Pößneck bezuschussen eine Wallbox, sowohl beim Kauf als auch der Pacht, mit 300 Euro direkt auf das Bankkonto.

Wie geht es weiter mit der privaten Wallbox-Förderung?

Diese Programme sind ein Anfang. Um die Gesamtsituation zu verändern, muss der Bund die Sache in die Hand nehmen und mehr Gesetze erlassen. Besonders Mieter und Wohnungseigentümer müssen es leichter haben, eine Ladeinfrastruktur aufzustellen. Denn Stellplatzbesitzer und -mieter können eine private Ladestation für ihr Elektroauto mit baulicher Änderung am Gemeinschaftseigentum nur installieren, wenn die Wohnungseigentümergemeinschaft zustimmt. Einen ersten Schritt in die richtige Richtung ging die Bundesregierung Anfang März. Sie brachte ein Gesetz für mehr Ladepunkte auf den Weg. Neue oder renovierte Wohngebäude mit mehr als zehn Stellplätzen müssen nun mit Schutzrohren für Elektrokabel ausgestattet werden.

Zusammengefasst:

  • Bisher existiert kein einheitliches Programm zur Förderung von Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, nur einzelne Bundesländer, Regionen und Kommunen machen einen Unterschied.
  • In NRW gibt es für Privatpersonen 50 % der Kosten zurück, München erstattet 40 % der Kosten. Auch andere Bundesländern ziehen mit.
  • Etwas Bewegung erzeugt das kürzlich erlassene Gesetz zum Aufbau von Lade- und Leitungsinfrastruktur für Elektromobilität in Gebäuden.