Nerds, aber nur vor dem Computer

Michael Wenleder und Patrick Teibner sind Memodos A-Team für alle IT-Prozesse: Denn sie betreuen unsere Softwarelandschaft und sorgen im Hintergrund dafür, dass das Tagesgeschäft reibungslos über die Bühne geht.

Unsere IT-Abteilung stellt sich vor

 Michael Wenleder war früher Softwareentwickler bei einer Autovermietung. Nebenbei konzipierte er Memodos Warenwirtschaftssystem, bis ihn sein Bruder, Geschäftsführer Tobias Wenleder, 2015 als IT-Leiter an Bord holte. Unterstützung bekommt er von dem Wirtschaftsinformatiker Patrick Teibner, der direkt nach seinem Studium einstieg. Er ist die kommunikative Schnittstelle zwischen internen und externen Mitarbeitern. Im Interview berichten die beiden über ihren Arbeitsalltag und warum sie ihre Programme selbst schreiben.

Wie ist die Warenwirtschaftssoftware von Memodo entstanden?

Michael Wenleder: Als Memodo 2013 startete, rief mich mein Bruder an und meinte: Wir brauchen ein Programm, um Rechnungen an unsere Kunden zu schicken. Also habe ich ein noch relativ simples Tool gebastelt, mit dem die Firma auch Artikel in ihr Portfolio einpflegen konnte. Daraus habe ich nach und nach ein umfangreiches Warenwirtschaftssystem entwickelt, das wir intern nutzen. Es funktioniert unabhängig vom Online-Shop, den wir später hinzugefügt haben. Inzwischen kann ich das gar nicht mehr alleine stemmen, weil wir das System immer weiter ausbauen. Neben uns beiden als Kernteam gibt es jetzt noch zwei weitere Mitarbeiter, die sich um Datenreports und Analysen, unser Reklamationsmanagement und die Optimierung des Wareneinkaufs kümmern.

Welche Aufgaben erfüllt das Warenwirtschaftssystem?

Michael Wenleder: Es unterstützt unsere Vertriebsmitarbeiter beim kompletten Tagesgeschäft vom Einkauf über die Produkt- und Kundenpflege. Dazu gehören alle unsere Artikel mit Datenblättern und Verkaufspreisen. Dabei generiert es beispielsweise Aufträge, Lieferscheine und Rechnungen.

Patrick Teibner: Auch unser Shop basiert auf diesem selbst programmierten Warenwirtschaftssystem. Wir pflegen Artikel intern über das Warenwirtschaftsprogramm ein, die dann über eine Schnittstelle an den Online-Shop weitergegeben werden. Der Online-Shop selbst wurde extern programmiert. Aber die Daten, also alle Beschreibungen und Bilder, stammen aus unserer Warenwirtschaft. Das heißt: Wäre unsere Warenwirtschaft offline, könnte man keine Bestellungen mehr abwickeln.

Unternehmen können ERP-Software für ihre Warenwirtschaft auch kaufen: Welche Vorteile hat es, sie selbst zu programmieren? 

Michael Wenleder: Unser Warenwirtschaftssystem ist zusammen mit dem Unternehmen von Null an gewachsen. Dadurch konnten wir es speziell auf unsere Bedürfnisse und den Arbeitsablauf unserer Kollegen im Vertrieb zuschneiden. In gewisser Weise spiegelt es auch den Bedarf des PV-Markts, da wir Features haben, die speziell an dieser Branche ausgerichtet sind. Bei uns herrscht noch immer eine Start-Up-Atmosphäre mit vielen neuen Ideen, auf die wir schnell reagieren und auf Zuruf Anpassungen vornehmen können. Wenn man sich erst extern kurzschließen muss, ergeben sich längere Wege und es vergeht in der Regel mehr Zeit, bis etwas umgesetzt ist. Ein eigens programmiertes System ist sicher nicht für jede Firma die beste Lösung, aber für Memodo war es der richtige Weg und ich denke, unsere Geschäftsführer würden es heute wieder so machen.

Gibt es weitere Anwendungen, die ihr schon umgesetzt habt oder für die Zukunft plant?

Michael Wenleder: Im Online-Shop gibt es Tools wie unseren Speicherfinder und den kfW-Rechner. Mit ihnen können Kunden ihren Produktbedarf oder Autarkiegrad ermitteln. Aktuell sitzen wir gerade an einem Scanner-System, das die Arbeit im Lager erleichtern und Anfang nächsten Jahres fertig sein wird.

Patrick Teibner: Der Speicherfinder ist eines der wichtigsten Tools, das wir entwickelt haben und eine große Hilfe für unsere Kunden. Sie müssen nur einige Daten eingeben und bekommen komplette Speicherpakete vorgeschlagen, die zu ihren Bedürfnissen passen: Vom Speicher über Wechselrichter und Notstrom bis hin zu Optimierern ist alles dabei. Ohne eine selbst programmierte Warenwirtschaft wäre der Speicherfinder, der mehrere Hundert Paketkonstellationen enthält, nicht möglich gewesen. Das Erstellen der Pakete mit all seinen Kombinationsmöglichkeiten war natürlich sehr aufwendig und hat insgesamt etwa zwei, drei Monate gedauert.

Mit der Internationalisierung unseres Online-Shops steht uns nun ein weiteres, großes Projekt bevor. Im Laufe des nächsten Jahres werden wir ihn in mehreren Sprachen anbieten, darunter in Englisch, Spanisch und Italienisch. Wir arbeiten ja bereits mit Partnern in Italien und Spanien zusammen und wollen in Zukunft einen noch besseren Kontakt zu unseren Kunden im Ausland ermöglichen.

Was schätzt ihr besonders an der Arbeit bei Memodo?

Michael Wenleder: Ich schätze die Flexibilität, die ich hier habe: Zwei Tage in der Woche kann ich von zuhause arbeiten. Das ist für mich sehr von Vorteil, wenn ich unter der Woche mal auf meine Kinder aufpassen muss. Außerdem finde ich das Arbeitsklima angenehm: Im Grunde sind wir alle nicht nur Arbeitskollegen, sondern auch Freunde. Und es macht Spaß, in einem Team zu arbeiten, in dem neben erfahrenen Kollegen viele junge Mitarbeiter sind. Große Hierarchien gibt es hier nicht.

Patrick Teiber: Für mich ist es zum einen auch das Arbeitsumfeld, das echt locker und entspannt ist. Man kann offen mit den Chefs reden und hat einen sehr persönlichen Umgang miteinander. Und zum anderen gibt es bei der Arbeit jeden Tag etwas Neues und Spannendes, mit dem man gestern vielleicht gar nicht gerechnet hat. Das liegt sicher an unserer Start-Up-Mentalität, aber auch der Photovoltaik-Branche insgesamt, die sich ständig weiterentwickelt: Erst waren es Energiespeicher, jetzt kommt die E-Mobilität. Der Markt steht nie still.