Neuer Effizienzrekord: Ergebnisse der HTW Berlin Stromspeicher-Inspektion 2021

Es war wieder so weit: Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) rief zur Stromspeicher-Inspektion 2021. Heraus kam unter anderem ein neuer Effizienzrekord. Wir haben die Ergebnisse zusammengefasst.

In der vierten Auflage der Stromspeicher-Inspektion nahm die HTW Berlin 20 Speichersysteme von 15 Herstellern unter die Lupe. Dabei waren zum Beispiel Fronius, Kostal, RCT Power, E3/DC und GoodWe. Das Ergebnis: Der Effizienzrekord wurde gleich 2 Mal geknackt. Die Systeme wurden mit dem System Performance Index (SPI) bewertet und traten in den Leistungsklassen 5 kWp und 10 kWp gegeneinander an.

Getestete Systeme und ihre Effizienzklasse, Systeme in der Effizienzklasse A und B erreichten eine gute Systemeffizienz, © HTW Berlin

Und der Gewinner ist…

Den höchsten SPI in der kleinen Leistungsklasse erreichte der Hybridwechselrichter Fronius Primo GEN24 6.0 Plus zusammen mit der BYD Battery-Box Premium HVS 7.7. In der größeren Leistungsklasse siegte der RCT Power Storage DC 10.0 mit einem SPI von 95,1 % und stellte damit einen neuen Effizienzrekord auf. Insgesamt 13 Systeme erreichten eine sehr gute Systemeffizienz. Das sind:


Trendvorschau der Forscher

Bei den Wechselrichterwirkungsgraden tut sich was, das liegt nach den Forschern um Prof. Dr. Volker Quaschning von der HTW Berlin daran, dass mehr Siliziumkarbid-Leistungshalbleiter verbaut werden. So zum Beispiel beim Fronius Symo GEN24 und im Power Storage DC 10.0 von RCT Power. Die effizientesten Systeme bringen über einen weiten Leistungsbereich Wirkungsgrade von über 97 %.

Auch geht der Trend hin zu Hybrid-Wechselrichtern, die alle leistungselektronischen Komponenten in einem Gerät bringen. Außerdem sind im Markt mehr und mehr flexiblere Systemkonzepte in Bezug auf die PV- und Batterieeinbindung gefragt.

Zudem sehen die Forscher zu Lithium-Ionen-Batterien immer mehr alternative Batterietechnologien, wie Natrium-Ionen-Batteriesysteme, Redox-Flow-Speichersystem, Natrium-Nickelchlorid-Batterie oder Nickel-Metallhydrid-Batterien. Sie führen aber nach wie vor noch ein Schattendasein.

Häufige Fragen

Außerdem beantworten die Autoren oft gestellte Fragen zur Auslegung von Photovoltaik-Speichersystemen. Besonders für Eigenheime mit einer Wärmepumpe oder einem Elektroauto gilt: je größer desto besser. Eine möglichst große PV-Anlage mit einer Leistung von mindestens 10 kWp sollte her. Generell sprechen sich die Autoren dafür aus, die passenden Dachflächen komplett für die Solarstrom-Produktion zu nutzen. So kann auch der Beitrag für den Klimaschutz maximal sein.

Der SPI und die Stromspeicher-Inspektion der HTW

Der SPI bewertet die Energieeffizienz von PV-Speichersytemen, die die Forscher aus einem modellbasierten Simulationstest ermitteln. Die Stromspeicher-Inspektion der HTW Berlin ist mittlerweile eine feste Studien-Größe im PV-Markt und wichtige Orientierungshilfe. Sie wird in den kommenden drei Jahren in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projekt „Perform“ weiterlaufen. Bis Ende diesen Jahres steht die Tür für alle Hersteller offen, die bei der nächsten Inspektion unter die Lupe genommen werden wollen.

Zusammengefasst:

  • In der Stromspeicher-Inspektion der HTW Berlin glänzten die Hybridwechselrichter Fronius Primo GEN24 6.0 Plus zusammen mit der BYD Battery-Box Premium HVS 7.7 und der RCT Power Storage DC 10.0.
  • Getestet wurde die Energieeffizienz der Systeme in einem modelhaften Simulationstest. Insgesamt wurden 20 Systeme von 15 Herstellern gecheckt.
  • Die Studie machte sich auch noch auf Trendsuche und klärte häufige Fragen rund um die Auslegung von Speichersystemen.

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Titelbild: © HTW Berlin