Mit der ÖkoFEN Pelletheizung zum stromautarken Haus

Energieautarkes Wohnen ist keine Zukunftsmusik mehr. Die Kombination aus PV-Anlage mit Stromspeicher und einer Strom erzeugenden ÖkoFEN Pelletheizung ermöglicht Hausbesitzern ganzjährig 100% Stromunabhängigkeit und erneuerbare Wärme. Wie das funktioniert, erzählen Miriam Gahleitner und Gregor Schneitler von der Firma ÖkoFEN im Interview.

Strom und Wärme durch die ÖkoFEN Pelletheizung selbst erzeugen

Könnt ihr euch kurz vorstellen?

Gregor Schneitler: Mein Name ist Gregor Schneitler, ich bin Marketing-Leiter in der ÖkoFEN-Zentrale. Wir organisieren die gesamte externe Kommunikation für Österreich, unterstützen aber auch die Niederlassungen und Vertriebspartner in unseren Exportländern (1). Für das stromautarke Haus mit stromerzeugender Heizung macht mein Team gemeinsam mit Miriam Gahleitner die Kommunikation.

Miriam Gahleitner: Ich bin bei ÖkoFEN hauptsächlich für die stromerzeugende Pelletheizung zuständig. Wir haben unterschiedliche Produkte und Anlagen für das Einfamilienhaus sowie für den größeren Leistungsbereich. Ich übernehme hier die technische Koordination, aber auch Kommunikationsaufgaben. Meine Arbeit ist ein Mix aus Technik und Marketing. Fast jedes Projekt landet über kurz oder lang einmal bei mir auf dem Schreibtisch.

 

Was ist die Idee hinter Ökofen?

Gregor Schneitler: Die Firmengründung in den 80er Jahren ist aus dem Gedanken heraus entstanden, Holz für das Einfamilienhaus komfortabel heizbar zu machen. Damals gab es noch keine Holzpellets, sondern nur Hackschnitzel und Stückholz. Unser erstes Produkt war eine Hackschnitzelheizung mit einem Behälter, in den man Hackschnitzel oder auch Holzbriketts einfüllen und halbautomatisch heizen konnte. Man musste nicht wie beim Stückholz jeden Tag nachlegen, sondern konnte einige Tage lang heizen, ohne dass man Arbeit hatte.

Mitte der 90er Jahre wurden dann Pellets verfügbar. Unser Chef, Herbert Ortner, der das Unternehmen gründete und immer noch gemeinsam mit Sohn Stefan führt, wusste schon immer, dass nur Holzpellets das Potenzial haben, Ölheizungen zu ersetzen. Seit 1999 positioniert sich ÖkoFEN weltweit als der Spezialist für Pelletheizungen. Wir sagen Europas Spezialist, weil wir hauptsächlich in Europa tätig sind. Das hat sich jetzt weiter gewandelt: Wir sind zwar immer noch der Spezialist für Pelletheizungen, machen aber nicht mehr nur Wärme, sondern eben auch Strom.

Könnt ihr diesen Entwicklungsschritt beschreiben?

Miriam Gahleitner: Das Thema Strom wird generell immer wichtiger, da der Strombedarf in Zukunft steigen wird, zum Beispiel durch Elektroautos. Das ist ein Trend, den wir schon vor ein paar Jahren gesehen haben. Zusätzlich ist gerade im Winter und in der Übergangszeit eine Eigenstromversorgung sehr schwierig umzusetzen. Es gibt sehr viele Anlagen auf Basis fossiler Energieträger, die Strom erzeugen. Bei Biomasse gab es für den kleinen Leistungsbereich, also für Einfamilienhäuser, vorher noch keine serienreifen Lösungen. Das war für uns der Grund, Lösungen zu entwickeln und Partnerunternehmen zu suchen. Für die Stromerzeugung setzen wir einen Stirling-Motor ein, den wir zukaufen. Bei kleinen Anlagen ist er zum Beispiel von der Firma Microgen. Der Stirling-Motor ist ein Standard-Bauteil im Heizungsmarkt, den andere Hersteller mit Gas betreiben. Wir sind die einzigen, die das mit Holzpellets machen. Unser Ziel ist ganz klar: Erneuerbare Energie auf der Wärme- und auf der Stromseite sollen die Selbstversorgung im Energiebereich ganzjährig möglich machen. Das ist das Konzept vom stromautarken Haus in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage und einem Stromspeicher.

Gregor Schneitler: Das Erneuerbare ist der wesentliche Faktor: dass man zu 100% erneuerbare Energien einsetzt. Strom wird ja quer durch Europa transportiert bzw. in großen Kraftwerken schon sehr ineffizient mit mehr als 50% Verlusten erzeugt, da der überwiegende Anteil der Kraftwerke die Wärme nicht weiterverwendet, sondern wegkühlt. Natürlich ist das im Strompreis enthalten, den jeder Endkunde zahlt, aber fossile Energieträger mit so viel Verschwendung zu verbrennen, ist eine unglaubliche Ressourcenvergeudung. Wenn man seine eigene Energie erneuerbar und zu Hause erzeugt, ergibt sich aus unserer Sicht im Endeffekt die größte Effizienz und Umweltverträglichkeit.

Welche Vorteile bietet die Pelletheizung für Hausbesitzer?

Gregor Schneitler: Manche Kunden denken ökologisch, andere ökonomisch. Die zwei wichtigsten Kaufmotive sind eine Reduktion der Heizkosten gegenüber fossilen Heizsystemen – abhängig vom Abstand zwischen Öl- und Pellets-Preis, der im Moment wieder sehr groß ist – und für die ökologisch denkenden Kunden ist das System sehr umweltfreundlich. Der springende Punkt, warum der Verbraucher das System aber überhaupt in Betracht zieht, ist, weil es vollautomatisch funktioniert. Das heißt, bis auf 2-3 Mal pro Jahr die Asche zu entleeren, hat der Kunde nichts zu tun.

Miriam Gahleitner: Man heizt ja mit Holz, in einer etwas anderen Form. Was ein großer Vorteil ist: Der Kunde hat im Gegensatz zu einem Gas- oder einem Ölkessel keine Komforteinschränkungen. Es gibt auch viele, die einen Holzofen oder einen Holzkessel haben und Brennstoff nachladen müssen. Auch die Brennstoffzuführung funktioniert bei unseren Produkten vollautomatisch.

Welche weiteren Vorteile ergeben sich aus der stromerzeugenden Pelletheizung?

Miriam Gahleitner: Dass ich gerade im Winter Strom erzeugen kann. Im Winter ist der Stromverbrauch höher und ich kann ihn zu einem Zeitpunkt erzeugen, wenn ich ihn brauche. Das heißt: Ich habe die Möglichkeit, mir die Heizzeiten so einzuteilen, dass die Anlage in Betrieb ist, wenn ich zu Hause bin und auch mehr Strom benötige. Dadurch ist eine hohe Eigenbedarfsdeckung mit selbst erzeugtem Strom möglich.

Wenn man nun die Pelletheizung mit einer Solaranlage und einem Stromspeicher kombiniert: Kann man wirklich zu 100% autark werden?

Miriam Gahleitner: Man kann 100% autark werden, obwohl wir unter dem Begriff „autark“ schon noch verstehen, dass man an das Stromnetz gekoppelt ist. Es ist keine Insellösung, kein Inselsystem. Über das ganze Jahr gesehen erzeugt man aber wirklich 100% der Energie vor Ort – und das auch in den Wintermonaten. In den Sommermonaten wird der zwangsweise anfallende Überschuss in das Stromnetz eingespeist.

Stromautarkes haus

Und wie viel muss man investieren?

Gregor Schneitler: Preislich sind wir derzeit noch nicht massenfähig. Die Kundschaft muss ein gewisses Kapital bzw. die Bereitschaft besitzen, dafür zu investieren. Ist schon eine Heizung da und vielleicht sogar eine PV-Anlage, dann liegt die Größenordnung im Bereich um die 30.000 Euro.

Miriam Gahleitner: Es gibt auch Förderungen, die in Österreich wie in Deutschland je nach den einzelnen Bundesländern unterschiedlich sind. In Deutschland bekommt man hauptsächlich auf der Wärmeseite Zuschüsse: für den Pellets-Kessel und den Wärmespeicher, den ich beim Gesamtsystem benötige. Einen Investitionszuschuss zum Stirling-Motor auf der Stromseite gibt es aktuell noch nicht. Wir hoffen, dass die Politik die Chance erkennt und in diesem Bereich zukünftig etwas passiert.

Gregor Schneitler: Wenn wir von der Investition sprechen, möchte ich betonen: Es ist ja nicht ein Produkt, sondern eine Kombination aus verschiedenen technischen Geräten, die ich auch schrittweise realisieren kann. Viele Häuser in Deutschland haben schon eine PV-Anlage, aber vielleicht noch einen Heizkessel mit Öl. Wenn der Ölkessel alt ist, kann ich zum Beispiel zu einem Pellets-Kessel mit eReady-Funktion wechseln. Das ist ein kleines Paket, das die ganze technische Vorbereitung für die Stromerzeugung beinhaltet. Damit kann man später nachrüsten und die Prioritäten dabei selbst setzen. Die Reihenfolge ist frei wählbar.

Wie steht es um den Platzbedarf und die Lautstärke?

Viele stellen sich das System sehr groß vor, aber eigentlich ist es kompakt: Beim normalen Heizkessel ist die Stellfläche 70 x 70 cm, wie ein größerer Kühlschrank. Der Stirling-Motor – das Stromerzeugungsmodul – ist oberhalb des Kessels angeordnet, das heißt, das System benötigt nicht mehr Stellfläche. Dazu kommen noch die PV-Anlage, der Batteriespeicher, der Wechselrichter und das Pellet-Lager. Der Motor ist auch sehr leise.

Miriam Gahleitner: Er brummt wie ein etwas älterer Kühlschrank. Im Schlafzimmer will man den Kessel wohl nicht haben, aber wenn man ihn in den Heizraum stellt, macht er keine Probleme (lacht).

Ist das stromautarke Konzept auch für Gewerbeanlagen einsetzbar?

Miriam Gahleitner: Für Gewerbeanlagen ist es denkbar, bislang aber noch eine Zukunftsvision und aus unserer Sicht aktuell noch nicht leistbar. Das hängt von den Speichern und Speichergrößen ab, die am Markt noch nicht so verfügbar sind. Im kleineren Leistungsbereich, also bei Einfamilienhäusern, gibt es viele Stromspeicher, die man einsetzen kann.

Welche Aussichten liegen in möglichen Kooperationen mit einem Großhändler wie Memodo?

Miriam Gahleitner: Wir kommen von der Wärmeseite, also, ein Haus zu beheizen und mit Warmwasser zu versorgen. Üblicherweise haben wir dabei mit Heizungsbauern zu tun. Die Verbindung zu den Elektrikern fehlt eigentlich bei uns. Daher hoffen wir, dass sich gerade in diesem Bereich etwas tut, weil der Stirling-Motor selbst und die Kombination einer Photovoltaik-Anlage mit Stromspeicher ein Gebiet ist, das typischerweise nicht beim Heizungsbauer angesiedelt ist, sondern im Elektriker-Bereich.

Pelletheizung Stromspeicher

Und was sind eure Visionen für die Zukunft?

Gregor Schneitler: Die Vision ist es, Menschen zu ermöglichen, dass sie ihre eigene Energie – egal ob Strom oder Wärme – zu Hause produzieren. Für uns steht fest: Wir sind jetzt nicht mehr nur ein Anbieter von Wärmeerzeugungslösungen, sondern es geht in Richtung eines integrierten Energiesystems, das wir auch schon anbieten. Was früher die Heizungssteuerung und die Bedienung für den Heizkessel war, ist jetzt die Bedienung und das Interface für das Energiesystem. Unsere Software verarbeitet alle Daten: Netzbezug und Netzeinspeisung, Stromproduktion von PV und Stirling, Ladestand des Stromspeichers und sogar den Wetterbericht des Heizungsstandorts. Wir arbeiten auch sehr stark im Bereich Elektromobilität. Das ist das nächste Thema, das wir in unser System des stromautarken Hauses einbinden werden, um mit überschüssiger Energie ein Elektroauto und den Strom auch wieder daraus zu entnehmen. Lösungen, in die auch die Mobilität integriert ist, sind etwas, das wir kurz- bis mittelfristig umsetzen werden.

Miriam Gahleitner: In Zukunft wird das Berufsbild des reinen Heizungsbauers mit dem des reinen Elektrikers verschmelzen. Von unserer Seite wäre zum Beispiel denkbar, dass der Stirling-Motor nicht nur über den Heizungsbauer verkauft wird, sondern auch vom Elektriker Kundenkontakte und Projekte kommen. Dabei geht es in Richtung Haussteuerung und Hausautomatisierung. Statt alleinstehende Komponenten in einem Haus, die nicht miteinander kommunizieren, wird es ein Gesamtkonzept geben. Unser System bietet ein solches Gesamtkonzept für die Zukunft an.

Weitere Informationen gibt es in diesem Video:

1. Das österreichische Unternehmen hat weltweit Vertriebspartner und Niederlassungen in insgesamt 20 Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die USA, China und Japan.