Memodo ist Wachstumschampion 2018

Die aktuelle Ausgabe von Focus Business stellt die Top 500 deutschen Unternehmen mit dem größten Umsatzwachstum von 2013 bis 2016 vor. Memodo gehört zu den Siegern des branchenübergreifenden Rankings. Im Interview erzählt Geschäftsführer Enrico Brandmeier, wie sich Memodo zum Wachstumschampion 2018 entwickelt hat und welche Aussichten die Zukunft bereithält.

Was bedeutet euch diese Auszeichnung?

Uns bedeutet die Auszeichnung sehr viel, da wir mit unserer Firma zu einer Zeit eingestiegen sind, in der nur wenige an die Photovoltaik und vor allem an Stromspeicher geglaubt haben. Dass wir bei unserer Gründung 2013 den richtigen Riecher hatten, bestätigen uns jetzt unsere Wachstumszahlen. Geradezu als Underdog die Lieferanten und Kunden zu überzeugen, war ein hartes Stück Arbeit. Daher sehen wir im Wachstumschampion 2018 einen Preis dafür, dass wir uns als ein innovatives Unternehmen erfolgreich platzieren konnten.

Was waren die Hauptfaktoren für euer schnelles Wachstum?

Zum einen liegt es sicher daran, dass wir uns von Beginn an auf Stromspeicher spezialisiert haben. Zum anderen setzen wir darauf, unseren Kunden nicht nur Produkte anzubieten: Wenn es Fragen gibt, hilft ihnen unser Expertenteam weiter. Diese qualitative Beratung gehört zu unseren Kernkompetenzen und hat Memodo schon in den Anfängen von der Konkurrenz unterschieden. Außerdem haben wir uns auf den Vertrieb und die Beratung der richtigen Produkte konzentriert, die uns heute einen Marktanteil von über 20% im Großhandelsgeschäft für Energiespeichersysteme in Deutschland ermöglichen. Wir haben in Mitarbeiter und Lagerkapazität investiert und uns immer schnell an die Marktsituation angepasst. Dabei hatten wir den Mut, innovative Produkte in unser Sortiment aufzunehmen, die es so vorher noch nicht gab, und die Kunden dahingehend zu schulen. In dieser Hinsicht haben wir uns einen Namen gemacht und ich denke, das ist auch der Grund, weshalb wir heute als Experte in der Branche bekannt sind.

Die von Focus Business veröffentlichte Statista-Erhebung bezieht sich auf den Zeitraum 2013 bis 2016: Euer Jahreswachstum liegt hier bei durchschnittlich 76 %. Welche Bilanz zieht ihr für 2017?

2017 werden wir einen Netto-Umsatz von 43 Millionen Euro erreichen. Die Nachfrage ist exponentiell gestiegen und wir konnten uns weitere Anteile sichern, sodass sich unser Umsatz im Vergleich zu 2016 verdoppelt hat. Obwohl es große Lieferschwierigkeiten seitens der Hersteller gab, konnten wir unseren Kunden eine gute Warenverfügbarkeit gewährleisten. Wir haben neue, innovative Produkte aufgenommen und das Projektgeschäft entwickelt. Und wir haben es geschafft, bei dem Hersteller S-Energy zum großen Einzelkunden zu werden. Das ist eine Leistung, auf die wir sehr stolz sind.

Wie schätzt ihr euer Wachstumspotenzial für 2018 ein?

Wir rechnen mit einem Wachstum um mindestens 50 Prozent durch den steigenden Speichermarkt in Deutschland. Für nächstes Jahr versprechen wir uns noch einfachere und leistungsfähigere Lösungen, die auch für Gewerbeanlagen interessant sind. Daher werden wir nicht nur vom Residential-Wachstum im Energiespeichermarkt profitieren, sondern auch vom Commercial-Wachstum, das wir 2017 schon leicht erlebt haben. Darauf sind wir gut vorbereitet. Wir haben neue Speicher im Angebot: Vor allem die Lösungen der Firma BYD sind spannend und ihre Leistungsdaten sehr vielversprechend. Die ersten Installationen sind problemlos verlaufen.

Außerdem werden uns Produktverfügbarkeiten seitens der Lieferanten nächstes Jahr weniger Sorgen bereiten. Andreas Piepbenbrink, der Geschäftsführer von E3/DC, hat mir deutlich kürzere Lieferzeiten zugesichert.  Die Produzenten haben einfach etwas gebraucht, um auf die Nachfrage mit entsprechenden Produktionskapazitäten zu reagieren, was sich bereits in Q4 2017 abzeichnet.

Inzwischen ist die Technologie von Stromspeichern auch vor dem Hintergrund der E-Mobilität beim Endkunden angekommen. Jeder, der sich ein Elektroauto kauft, denkt darüber nach, wie er es sinnvoll beladen kann. Die Möglichkeit, sein Auto mit Strom aus einer eigenen Solaranlage zu versorgen, stößt auf breites Kundesinteresse. Ein Nachfragepotenzial, das alleine durch die öffentlichen Diskussionen rund um E-Mobilität angeheizt wurde.

Was sind eure Pläne in der näheren Zukunft?

Eines unserer wichtigsten Projekte ist derzeit die Optimierung unseres Online-Shops. Wir ziehen jetzt auch in ein größeres Lager um, um die hohe Nachfrage weiter bedienen zu können. Außerdem waren wir vor kurzem in Asien und haben mit unseren Herstellern besprochen, wie die Speicherbatterien von morgen aussehen werden. Sie haben tolle Produkte, die sie demnächst auf den Markt bringen. Da passiert etwas, das wir in den letzten Jahren so nicht hatten: Lösungen, die man nicht lange erklären muss und dabei spezifische Bedürfnisse von weitaus mehr Nachfragern erfüllen. Und auch hierzulande kommen Geräte heraus, die sehr viel bieten, zum Beispiel von dem deutschen Hersteller Kostal oder Fronius aus Österreich. In diesem Sinne erwarten wir eine Marktdynamik, die uns motiviert, gemeinsam mit unseren Partnern und Kunden weiter Gas zu geben.