Alarm, Alarm: 5 Klima-Fakten aus dem IPCC-Report

Für unser Klima gilt Alarmstufe rot. Zumindest wenn es nach dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC), auch Weltklimarat genannt, geht. Er präsentierte in seinem neuen IPCC-Report die Klimalage. Wir liefern 5 Fakten daraus. Wie steht es um unser 1,5 °C Ziel?

Seit Anfang August ist er da, der erste Teil des 6. Klimasachstandsberichts des IPCC. Für diesen Bericht wertet der IPCC wissenschaftliche Arbeiten und Forschungsergebnisse aus und packt sie in einen Bericht aus mehreren hundert Seiten. Auch kürzere Zusammenfassungen der Kapitel, die „Zusammenfassungen für Entscheidungsträger“, arbeiten sie aus.

Im ersten Teil geht es um die physikalischen Grundlagen des Klimawandels und die Klimalage weltweit. Auch mögliche Klimaszenarien zeigt der IPCC-Report. Diese 5 Fakten daraus haben wir mitgenommen:

1. Durch den Menschen erwärmten sich die Atmosphäre, der Ozean und die Landmasse. Die Atmosphäre, der Ozean, die Kryosphäre und die Biosphäre haben sich schnell verändert.

Seit dem 5. IPCC-Report stieg die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre auf 410 ppm, die Methan-Konzentration auf 1866 ppb und die Distickstoffmonoxid-Konzentration auf 332 ppb. Der Bericht unterstreicht noch einmal, dass das Mehr an Treibhausgasen auf das Konto des Menschen geht. Die Durchschnittstemperatur auf der Erde liegt 2011-2020 im Vergleich zu 1850-1900 um 1,1 °C höher. Dabei hat sich die Landfläche im Schnitt um 1,6 °C erwärmt, der Ozean um 0,9 °C. Viele Folgen daraus, wie das Abschmelzen der Gletscher, sind nicht mehr umkehrbar.

2. Der menschgemachte Klimawandel wirkt auf viele Wetter- und Klimaextreme überall auf der Welt. Hitzewellen, Dürren, Starkniederschläge und tropische Wirbelstürme haben sich durch den Einfluss der Menschen verändert.

Seit den 1950er Jahren sind Hitzewellen extremer geworden und traten öfter auf. Auch starke Regenfälle nahmen zu und sind stärker geworden. Außerdem sehen wir tropische Wirbelstürme öfter. Auch das Intensitäts-Zentrum von Wirbelstürmen im Nordwestpazifik zum Beispiel hat sich nach Norden verschoben. Im Vergleich zu 1950 ist es wahrscheinlicher, dass verknüpfte Extreme, also zum Beispiel gleichzeitig auftretende Hitze und Dürre, passieren.

3. Die Oberflächentemperatur auf der Erde steigt bis mindestens Mitte des Jahrhunderts weiter. Eine globale Erwärmung von 1,5 °C und 2 °C erreichen wir im Laufe des 21. Jahrhunderts. Stoppen können wir das nur, wenn wir unsere CO₂-Emissionen und die Emissionen anderer Treibhausgase stark reduzieren.

Nach dem IPCC-Report ist es unmöglich, die Erderwärmung durch den Klimawandel auf 1,5 °C oder 2 °C zu begrenzen, wenn wir unsere Emissionen nicht deutlich zurückfahren. Wenn wir das schaffen, können wir im absolut besten Fall wahrscheinlich sogar weniger als 1,5 °C Erwärmung bis zum Ende des 21. Jahrhunderts erreichen.

4. Viele Veränderungen im Klimasystem werden mit zunehmender Erwärmung größer. Mehr und stärkere Hitzeextreme, marine Hitzewellen, Starkniederschläge, landwirtschaftliche und ökologische Dürren sowie tropische Wirbelstürme. Das arktische Meereis, Schneebedeckungen und Permafrost schmelzen.

Dabei werden sich die Landflächen zwischen 1,4 und 1,7 Mal stärker erwärmen. Die Durchschnittstemperatur der Arktis wird sich wahrscheinlich doppelt so stark erhöhen im Vergleich zum Durchschnitt weltweit. Jeder Schritt mehr in Sachen Erwärmung verändert Klima- und Wetterextreme. 0,5 °C mehr sorgen für mehr und extremere Hitzewellen und Starkregenfälle. Das gleiche gilt für Dürren und Dürreperioden.

5. Aus naturwissenschaftlicher Sicht müssen wir, wenn wir die menschgemachte Erderwärmung auf einen bestimmten Wert festsetzen wollen, die CO₂-Emissionen eindämmen und mindestens eine Netto-0 für sie erreichen. Auch andere Treibhausgase müssen wir stark reduzieren.

Jede Tonne CO₂-Emissionen beeinflusst die Erderwärmung. 1000 Gt CO₂ machen unsere Welt 0,27 bis 0,63 °C wärmer.

IPCC-Report und Weltklimarat

Der Weltklimarat IPCC schätzt den Klimawandel für die Vereinten Nationen wissenschaftlich ein und verknüpft ihn mit Handlungsvorschlägen. Den 5. Klimasachstandsbericht veröffentlichte der IPCC 2013/2014. Er gilt als Basis für das Pariser Klimaabkommen. Dieser erste Teil des 6. IPCC-Reports wird wichtig für den nächsten UN-Klimagipfel COP 26, der im November im schottischen Glasgow steigen soll. Die nächsten Teile des 6. Sachstandsberichts sollen 2022 erscheinen.

Fazit:

Die Welt erwartete den 6. IPCC-Report gespannt. Bisher brachte er keine guten Nachrichten, aber mindestens einen Fakt: Die Erde erwärmt sich schneller als befürchtet. Der Bericht zeigt, dass das Klima sich deutlich verändert und die Durchschnittstemperatur der Erde schon um 1,1 °C gestiegen ist.

Bisher gesichtete Klimaänderungen kamen seit Hunderttausenden von Jahren nicht vor. Veränderungen wie der Anstieg des Meeresspiegels sind für eine lange Zeit nicht umkehrbar. Die Wetter- und Klimaextreme der vergangenen Monate wie Hochwasser, Starkregen, Hitzewellen, Feuer und Dürren könnten nur ein Vorgeschmack sein auf das, was uns in einer heißeren Welt erwartet. Aus dem Bericht lässt sich auch ein klarer Aufruf an die Politik ableiten: Was bisher gemacht wurde, ist zu wenig. Wir brauchen stärkere Maßnahmen Richtung Ausbau erneuerbare Energien, dann schaffen wir unsere Ziele auch.

Zusammengefasst:

  • Der erste Teil des 6. IPCC-Reports wurde Anfang August veröffentlicht. Er zeigt die aktuelle Klimalage und schlägt Alarm.
  • Das Klima der Erde hat sich deutlich verändert. Die Durchschnittstemperatur ist im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um 1,1 °C gestiegen und wird weiter und schneller steigen.
  • Wenn wir unsere CO₂-Emissionen auf 0 bringen und andere Treibhausgase weniger in die Luft blasen, können wir die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf unter 1,5 °C beschränken.

Hilfreiche Links:

Zusammenfassung für Entscheidungsträger, englische Version https://www.de-ipcc.de/media/content/AR6-WGI-SPM.pdf

Hauptaussagen zum 6. Sachstandsbericht, Naturwissenschaftliche Grundlagen, deutsche Version https://www.de-ipcc.de/media/content/Hauptaussagen_AR6-WGI.pdf