7 Tipps für die Auswahl des richtigen Solarmoduls

Wichtig, wichtiger, Solarmodule. Für den Ertrag einer PV-Anlage sind die richtigen Solarmodule mehr als die halbe Miete. Wir zeigen dir, worauf du bei der Modulauswahl achten solltest und stellen dir wichtige Kenngrößen vor.

1. Der Wirkungsgrad für die Solarmodul-Auswahl

Der Wirkungsgrad eines Solarmoduls zeigt dir, wie effizient ein Modul arbeitet. Je höher der Wirkungsgrad ist, desto mehr Sonnenenergie wird vom Modul in Strom umgewandelt. Die Wirkungsgrade von monokristallinen Modulen liegen aktuell zwischen 20 und 22,5 %.

In der Praxis können die angegebenen Werte abweichen, da der Wirkungsgrad unter Laborbedingungen festgelegt wird und mit steigender Temperatur sinkt. Der Temperaturkoeffizient zeigt, um wie viel Prozent sich der Wirkungsgrad des Moduls pro 1°C Temperaturerhöhung verringert (Basis: 25°C).

2. Größe und Leistung wählen

Bei der Modulauswahl spielt auch die Größe eine wichtige Rolle. Aktuell gibt es in Deutschland für Module mit einer Fläche von mehr als 2 m² keine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ). Diese Module sind nur für Freiflächenanlagen zugelassen und dürfen in Deutschland nicht auf Dächern verbaut werden. Module mit einer Fläche von weniger als 2 m² kannst du sowohl für Dachanlagen als auch für Freiflächenanlagen einsetzen.

Dank unterschiedlicher Modulgrößen kann die Dachbelegung individuell auf das Dach angepasst werden. Bei kleinen oder verwinkelten Dächern kann es zum Beispiel sinnvoll sein, mehrere kleine Module zu verbauen, um die maximale Leistung auf das Dach zu bekommen.

3. Preis vs. Leistung

Welches Modul das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat, ist wegen unterschiedlicher Modulgrößen nicht immer direkt klar. Ein wichtiger Indikator dafür ist die Leistung pro m². Dafür teilst du einfach die Modulleistung durch die Grundfläche. Diese Kenngröße kannst du als Faustformel verwenden. Sie macht schnell einen direkten Vergleich möglich. Grundsätzlich haben Premiummodule einen höheren Anschaffungspreis, punkten aber mit längeren Garantien und höheren Schnee- und Windlasten.

Noch mehr Ertrag

Um das Maximum aus PV-Modulen herauszuholen, kann es sinnvoll sein, Leistungsoptimierer einzusetzen. Diese leisten MPP-Tracking auf Modulebene. So können Leistungsverluste durch Verschattung oder Schmutz reduziert werden. Auch kannst du einfach mögliche Modulschäden oder fehlerhafte Steckerverbindungen sehen. Werden fehlerhafte Komponenten direkt erkannt, kannst du schnell reagieren, Komponenten ersetzen und die PV-Anlage liefert wieder den größten Ertrag.

4. Auch die Optik zählt

Neben den technischen Details kommt es bei der Auswahl der Module auch auf die Optik an. Viele Module haben einen silbernen oder schwarzen Rahmen und ein weißes Backsheet. Außerdem gibt es auch komplett schwarze Module (Black-Module), die einen schwarzen Rahmen und ein schwarzes Backsheet mitbringen. Schwarze Module heizen sich leichter auf, das wirkt negativ auf den Wirkungsgrad. Sie sehen aber definitiv schicker aus. Zudem gibt es Glas-Glas-Module, die üblicherweise zwischen den Zellen transparent sind.

5. Die Garantien

Die Hersteller bieten für ihre PV-Module immer Garantien an. Dabei wird zwischen der Produkt- und der Leistungsgarantie unterschieden. Die Produktgarantie nimmt die Hersteller bei Modul-Mängeln in die Pflicht und ist gesetzlich vorgeschrieben.

Die Leistungsgarantie garantiert die Nennleistung der Solarmodule. Üblich ist eine Garantiezeit von 10 Jahren über eine Leistung von 90 %. Für weitere 10 bis 15 Jahre werden 80 % der Nennleistung garantiert. Insgesamt liegt die Garantiezeit dann zwischen 20 und 25 Jahren. Hier unterscheiden sich die Modulhersteller stark. Die Premiumhersteller stehen oft für deutlich längere Garantielaufzeiten.

Um eine Garantie für einen so langen Zeitraum zu bieten, ist es wichtig, dass der Hersteller gut wirtschaftet und auch nach Jahren noch am Markt ist. Einen Hinweis auf die finanzielle Stabilität liefert die Bankability oder/und die Auszeichnung „Tier 1“. Tier-1-Hersteller werden von Bloomberg regelmäßig überprüft und stehen für Investitionssicherheit.

Die bankfähigsten Modullieferanten in Q2/2021, Quelle PV ModuleTech Bankability Ratings Report, May 2021

6. Wind- und Schneelast

Wind und Schnee machen den PV-Modulen zu schaffen, da hierdurch sogenannte Mikrorisse im Modul entstehen können, die den Ertrag mindern. Damit auch schwierige Witterungsbedingungen keinen Schaden anrichten, musst du die Wind- und Schneelasten der Module bei deiner Wahl berücksichtigen. Auch in die Planung und die Statik-Berechnung fließen diese Werte ein. Wind- und Schneelasten werden in kN/m² oder Pa gemessen. Die Angaben zu Schnee- und Windlast findest du im Datenblatt.

Der Winter kommt

Nach internationalem Standard ist eine Schneelast von mindestens 2.400 Pa üblich. Einige Module werden sogar mit 5.400 Pa getestet. Wenn du diese Zahl durch 10 teilst, hast du die Schneelast pro m² Modulfläche in kg. In unserem Fall wären 240 bzw. 540 kg Schnee pro m² kein Problem.

Deutschland ist nach DIN EN 1991-1-3 (2010-12) in 5 Schneelastzonen aufgeteilt. Solltest du in einer Region mit hoher Schneelast arbeiten, können Premiummodule eine gute Option für deine Projekte sein.

Schneelastzonen Deutschland

Schneelastzonen in Deutschland

Neben den Modulen müssen auch die Montagesysteme für die auftretenden Lasten ausgelegt sein. Hier sind vor allem die Befestigungselemente wichtig. Ihre Art und Menge bestimmen, wie standfest das System bei größeren Schneemengen ist. Die Planungstools der Unterkonstruktions-Hersteller liefern in der Regel eine statische Freigabe für die PV-Anlage auf dem jeweiligen Hausdach.

Es wird windig

Die meisten PV-Module haben eine Windlast von 2400 Pa. Je höher die Windlast, umso größer sollte der Abstand zum Dachrand sein. Die Kraft des Windes wird sonst nicht direkt von der Dachkonstruktion aufgenommen, sondern trifft voll auf die Module. Die Solarmodule bremsen die Windgeschwindigkeit und ein Windsog entsteht an der Rückseite der Anlage. Dieser Sog kann je nach Windstärke so hoch sein, dass ein Solarmodul vom Dach gerissen werden kann. Auf der anderen Seite können die Module durch den Winddruck gegen das Dach gedrückt werden.

Die Windlast spielt vor allem in den nord- und ostdeutschen Küstenregionen eine wichtige Rolle, da die Windstärke hier deutlich höher ist als im Binnenland.

7. Zertifikate

Photovoltaikanlagen und -module müssen Sicherheits-, Qualitäts- und Halt­barkeits­anforderungen erfüllen. Die IEC-Zertifizierung legt die Standards für Europa fest. Formuliert werden die Standards der IEC-Zertifizierung von der International Electrotechnical Commission (IEC) in Genf. Für die Zertifizierung nach IEC in Deutschland ist der TÜV verantwortlich.

Folgende 3 Standards sind für Solaranlagen wichtig:

  • IEC 61215 (Qualitätszeichen)
  • IEC 61646 (Prüfnorm für Dünnschicht-Module)
  • IEC 61730 (Sicherheitsstandart, Pflicht für PV-Module in Europa)

Fazit:

Bei der Auswahl des Solarmoduls spielen Kenngrößen wie der Wirkungsgrad sowie die Schnee- und Windlast eine wichtige Rolle. Der Wirkungsgrad nimmt mit steigender Temperatur ab. Auch die Optik und die Modulgröße entscheiden. In Sachen Garantien ist wichtig, dass der Hersteller finanziell stabil aufgestellt ist. Die Garantien für die Solarmodule teilen sich in die Produkt- und Leistungsgarantie.

Zusammengefasst:

  • Bei der Auswahl eines Solarmoduls kannst du dich an den Modul-Kennwerten Wirkungsgrad, Größe und Leistung, der Schnee- und Windlast, den Garantien der Module und der Zertifikate orientieren.
  • Der Wirkungsgrad gibt an, wieviel Prozent der verfügbaren Solarenergie in Strom umgewandelt werden kann. Er liegt bei monokristallinen Modulen zwischen 20 und 22,5 %.